Coltortis Rückkehr: «Wir hätten mindestens einen Punkt verdient»
Aktualisiert

Coltortis Rückkehr«Wir hätten mindestens einen Punkt verdient»

Vor vier Jahren verliess Fabio Coltorti die Grasshoppers in Richtung Primera División. Bei seiner Rückkehr in die Axpo Super League traf er ausgerechnet auf GC – und war nicht zufrieden.

von
Eva Tedesco
Nach 57 Minuten musste sich Lausanne-Goalie Fabio Coltorti gegen seinen Ex-Klub GC erstmals geschlagen geben. Steven Zuber hatte zum 1:0 eingeschossen. (Keystone/AP)

Nach 57 Minuten musste sich Lausanne-Goalie Fabio Coltorti gegen seinen Ex-Klub GC erstmals geschlagen geben. Steven Zuber hatte zum 1:0 eingeschossen. (Keystone/AP)

Einige wenige Pfiffe begleiteten den ehemaligen Hopper vor dem Kickoff zwischen GC und Lausanne auf den Platz. Da haben wohl einige GC-Fans den Wechsel des 1,97-Meter-Hünen zu Racing Santander im August 2007 nicht verdaut. In vier Saisons hat es Coltorti in der Primera División lediglich zu 36 Einsätzen gebracht. Das letzte halbe Jahr vor dem Ablauf seines Vertrages kam der Keeper gar nicht mehr zum Spielen. Trotz zwei Gegentoren und der 0:2-Niederlage war Lausanne-Trainer Martin Rueda mit seinem Neuzugang zufrieden. «Es ist klar, dass Fabio noch Spielpraxis braucht, aber er wird noch zum Rückhalt für uns werden.»

Haben Sie die Pfiffe der GC-Fans geschmerzt?

Fabio Coltorti:Ich habe das gar nicht so wahrgenommen und nicht darauf geachtet.

Das erste Spiel nach so langer Zeit muss speziell sein. Umso mehr, weil es in diesem Spiel gegen Ihren Ex-Verein ging.

Speziell für mich war nach langer Vorbereitung vor allem der erste Ernstkampf mit Lausanne. Für den Kontakt mit den Fans oder ehemaligen Kollegen hatte ich zu wenig Zeit.

Wie ist das Gefühl, in der Axpo Super League zurückzusein?

An sich ist das ja nichts Neues für mich, auch wenn inzwischen eine geraume Zeit vergangen ist. Ich hatte Freude, auch wenn nach unserer 0:2-Niederlage im Moment die Enttäuschung im Vordergrund steht.

Sie haben es vorweggenommen: Der Start in die Saison ist Lausanne missglückt. Aber die Niederlage war nicht zwingend. Sehen Sie das auch so?

Im Grossen und Ganzen können wir mit dem Spiel zufrieden sein. Beide Mannschaften haben nervös begonnen und nicht ins Spiel gefunden. Positiv in dieser ersten Halbzeit war, dass wir in der Defensive keine Chance zugelassen haben. Nach der Pause ist das Spiel besser geworden und wurde durch den Führungstreffer von GC lanciert. Das macht das Ganze so bitter. Wir hatten nach dem 0:1 sicher vier oder fünf gute Chancen, aber den Ausgleich haben wir nicht geschafft. Wir hätten mindestens einen Punkt verdient. Wenn wir weiter so Torchancen erarbeiten und dann die Effizienz noch steigern, sieht das ganz gut aus. Das erste Saisonspiel war eine Standortbestimmung.

Der nächste Gegner heisst Luzern.

Und bis zu diesem ersten Heimspiel haben wir zehn Tage Zeit, um uns auf das zweite Spiel vorzubereiten und Punkte zu holen.

Lassen wir kurz die Aktualität beiseite. Der Schritt von Santander aus der Primera División zu Aufsteiger Lausanne ist krass. Hatten Sie kein anderes Angebot?

Im Fussball lässt sich nicht alles so planen, wie man meint. Ich habe einen Vertrag über ein Jahr und mir schien das die beste Lösung. Wir haben eine junge Mannschaft mit Potenzial. Jetzt heisst es, das Auftaktspiel aufzuarbeiten und alles daran setzen, um mithalten zu können.

Nach Ihren Jahren unter der spanischen Sonne – wie haben Sie sich in Lausanne eingelebt?

Sehr gut. Ich bin inzwischen aus dem Hotel in ein Studio gezogen. Im August kann ich dann mein neues Zuhause beziehen und meine Frau und meine zweijährige Tochter zu mir holen.

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