Unfall auf der A2: «Wir hatten Angst, dass der Bus Feuer fängt»
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Unfall auf der A2«Wir hatten Angst, dass der Bus Feuer fängt»

Nach dem Busunglück auf der A2 am Sonntagmorgen ordnen Ermittler ein technisches Gutachten an. Zwei Krankenpfleger erlebten das Geschehen hautnah mit.

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doz
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Am Sonntagmorgen kam es auf der A2 in südlicher Richtung zu einem schweren Bus-Unfall.

Am Sonntagmorgen kam es auf der A2 in südlicher Richtung zu einem schweren Bus-Unfall.

FVR/M.Franjo
Ein deutscher Reisecar prallte in einen Pfosten.

Ein deutscher Reisecar prallte in einen Pfosten.

FVR/ M. Franjo
Im Bus befanden sich 25 Passagiere.

Im Bus befanden sich 25 Passagiere.

Gabriele Putzu

Nach dem Unfall eines Kölner Reisebusses auf der Autobahn A2 bei Sigirino TI am Sonntagmorgen laufen die Ermittlungen zur Unfallursache. Die Polizei hat ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben.

Die Tessiner Kantonspolizei habe noch keine Erkenntnisse, warum der Bus in den Pfosten einer Verkehrsschildanlage geprallt sei, sagte ein Polizeisprecher am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Fahrer habe noch nicht befragt werden können.

Er gehört zu den beiden Schwerverletzten. Weitere acht Personen lagen zunächst mit mittelschweren Verletzungen im Krankenhaus. Viele von ihnen könnten aber schon am Montag zusammen mit den Unverletzten die Heimreise antreten. Der grösste Teil der Gruppe soll mit der Bahn zurückreisen, sagte Johannes Hübner vom Internationalen Bustouristik Verband RDA. Er übernahm für das betroffene Bus-Unternehmen die Notfall-Koordination.

«Es hat mich stark mitgenommen»

Ein Autofahrer, der den Unfall miterlebt hat, sagt gegenüber «tio.ch»: «Ich habe viele Dinge in meinem Leben gesehen, aber was an diesem Morgen passiert ist, hat mich stark mitgenommen.» Er war zusammen mit seiner Frau hinter dem Bus hergefahren. Nach dem Unfall hielten sie sofort an und stiegen in den Bus: «Die Türe war weit offen, die Windschutzscheibe komplett zerstört.»

Sowohl er als auch seine Frau sind Krankenpfleger. Sofort leisteten sie erste Hilfe. Alles sei voller Blut gewesen. Den weniger stark verletzten Reisenden halfen sie, aus dem Bus auszusteigen. «Wir hatten Angst, dass der Bus Feuer fängt und eine noch viel grössere Tragödie entstehen könnte», sagt der Krankenpfleger.

Wallfahrt nach Assisi

Der Unfall passierte am Sonntagmorgen wenige Kilometer nördlich von Lugano vor dem Ceneri-Tunnel. Der Bus prallte in einen Pfosten. Die Fahrerkabine wurde dadurch aufgerissen und völlig zerstört.

Von den insgesamt 25 Personen im Bus blieben nur zehn unverletzt. Eine 27-jährige Frau aus Deutschland starb. Bei den Passagieren handelte es sich laut Polizei vor allem um eine Gruppe junger Leute, die meisten sind 16 bis 23 Jahre alt.

Die Jugendlichen besuchen ein Gymnasium in Brühl bei Köln oder stammen aus den Pfarreien des katholischen Kirchgemeindeverbands Kreuz-Köln-Nord, wie der Verband auf seiner Website schreibt. Das Todesopfer habe die Gruppe, die auf dem Weg zu einer Fusswallfahrt nach Assisi war, begleitet und die Wallfahrt «mit ihrer Ausstrahlung und ihrem sonnigen Gemüt» unterstützt. Zwar sei nach dem Unfall sofort Hilfe zur Stelle gewesen, diese sei für die 27-Jährige aber zu spät gekommen. (doz/sda)

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