Stadionbetreiber gibt Fehler zu: «Wir hatten Glück, ist nicht mehr passiert»
Aktualisiert

Stadionbetreiber gibt Fehler zu«Wir hatten Glück, ist nicht mehr passiert»

Der Berner Stadionbetreiber gibt nach den Auseinandersetzungen rund um das Fussballspiel YB - FC Brügge Fehler zu. Stade-de-Suisse-CEO Stefan Niedermaier beteuert: «So etwas wird nie mehr vorkommen.»

Es sei ein «krasser Fehler» gewesen, die gewaltbereiten Brügge- Fans, die einzeln angereist waren, in den Heimsektor zu lassen. «Wir hatten Glück, ist nicht mehr passiert», sagte Niedermaier in einem Interview mit der «Berner Zeitung» vom Mittwoch.

In den Gästesektor

Er bedaure diese Fehleinschätzung und entschuldige sich bei den Zuschauern. Man hätte durchsetzen sollen, dass die «belgischen Hooligans in den Gästesektor müssen», so Niedermaier. Dagegen hätten sich aber die Verantwortlichen des FC Brügge gesträubt. «Brügge hat uns mit dem Problem alleine gelassen.»

Auf seiner Homepage distanziert sich der belgische Club von den gewaltbereiten Fans. Diese hätten nichts mit dem FC Brügge zu tun. Der Club könne keine Verantwortung übernehmen für Fans, die von anderer Seite Tickets erhalten hätten.

Der FC Brügge hatte den Ticketverkauf für das UEFA-Cup-Spiel von vergangener Woche selbst organisiert, um die bessere Kontrolle zu haben. Die rund 150 «Risikofans», die ohne Ticket angereist waren, wurden dennoch ins Stadion gelassen. Dort durchquerten sie mehrere Sektoren und griffen am Zaun zum Fan-Sektor die YB-Supporter an.

Nach dem Spiel gingen die belgischen Hooligans auf dem Stadionvorplatz erneut auf Berner Fans los. Die Polizei trennte die Fangruppen mit Gummischrot. Drei Personen wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt.

Bessere Information

Das Stade de Suisse habe als Konsequenz aus den Vorfällen einen Massnahmenplan ausgearbeitet, sagte Niedermaier weiter. So müsse der Informationsaustausch zwischen den Clubs verbessert werden. «Es soll nicht mehr vorkommen, dass wir erst am Spieltag über anreisende Hooligans informiert werden».

Zudem müssten die internen Entscheidungswege optimiert und die Zusammenarbeit mit der Polizei verbessert werden. Ein Treffen mit dem Polizeikommando sei organisiert.

Am Dienstag hatte bereits der Stadtberner Gemeinderat Stephan Hügli verlangt, dass die Vorfälle genau abgeklärt werden müssten. (sda)

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