Wigoltingen TG: «Wir hatten grosse Angst um unseren Kini»

Aktualisiert

Wigoltingen TG«Wir hatten grosse Angst um unseren Kini»

Leser-Reporterin G. T. ist sprachlos: Nachdem ihr Hund kürzlich angefahren wurde, machte sich der Lenker sofort aus dem Staub. Auf Facebook versucht sie ihn zu finden.

von
viv
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Der 16-jährige Jack Russell Terrier «Kini» wurde am Donnerstag von einem Auto angefahren.

Der 16-jährige Jack Russell Terrier «Kini» wurde am Donnerstag von einem Auto angefahren.

G. T.
Der Hund wurde dabei verletzt

Der Hund wurde dabei verletzt

G. T.
Der Lenker machte sich sofort aus dem Staub.

Der Lenker machte sich sofort aus dem Staub.

G. T.

«Ich habe nur noch ein Jaulen gehört und bin dann sofort zur Strasse gerannt», sagt G. T.* gegenüber 20 Minuten. An der Bahnhofstrasse in Wigoltingen TG fand sie am vergangenen Donnerstag ihren verletzten Hund vor. Passanten sagten ihr, dass er von einem schwarzen Audi angefahren worden sei. Das Auto habe sich aber sofort aus dem Staub gemacht.

Für T. absolut unverständlich: Sie fordert ihn mit einem Facebook-Post auf, sich zu melden.

Hund hatte Schutzengel

«Wir sind uns sicher, es war keine Absicht», schreibt die 32-Jährige auf der Social-Media-Plattform. «Doch dann einfach weiterfahren, ohne zu schauen, wie es dem Tier geht, ist unverantwortlich.» Sie hofft auf eine Entschuldigung des Unfallverursachers.

«Wir hatten grosse Angst, dass unser Kini schwer verletzt worden wäre und eingeschläfert werden müsste», sagt die fünffache Mutter. Doch beim Tierarzt stellte sich raus, dass der Jack Russell Terrier einen Schutzengel hatte: «Glücklicherweise hat er keine inneren Verletzungen. Das Schlimmste wäre für mich gewesen, meinen Kindern mitzuteilen, dass Kini tot ist.»

Bei korrektem Verhalten gibt es keine Konsequenzen

Der Hund lebe bei der Familie auf einem Hof, wo er Auslauf habe. Da er nicht mehr so gut höre und sehe, habe er wohl Passanten auf der Strasse für seine Halter gehalten und sei mit ihnen mitgegangen. «Sonst geht er nämlich nie alleine weg», versichert die Wigoltingerin.

Immer wieder werden Haus- oder Wildtiere von Autofahrern angefahren. Was viele anscheinend nicht wissen: «Wenn man als Fahrzeuglenker die Verkehrsregeln einhält und ein Tier an- oder überfährt und es der Polizei meldet, hat das keine strafrechtlichen Konsequenzen», erklärt Christa Altwegg, Sprecherin der Kantonspolizei Thurgau.

Hingegen machte sich der Audi-Lenker mit seinem Verhalten strafbar: «Grundsätzlich besteht bei jedem Unfall, mit oder ohne Tier, eine Meldepflicht.» Wenn der Halter nicht vor Ort sei, müsse man die Polizei informieren. Wer diese nicht einhalte, werde verzeigt. «Die Polizei kann den Chip der Tiere scannen und so den Halter ausfindig machen», so Altwegg.

*Name der Redaktion bekannt

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