Aktualisiert 15.01.2015 08:09

Verdächtige im Solarium

«Wir hatten keinen Sex und sind keine Drogendealer»

Die Kamera des Sun-World-Solariums in Gossau SG hat zwei Männer gefilmt, die gemeinsam in eine Kabine verschwanden. Die beiden nehmen nun Stellung.

von
Qendresa Llugiqi
Screenshot aus dem Überwachungsvideo des Solariums.

Screenshot aus dem Überwachungsvideo des Solariums.

«Mit Sex oder Drogen hatte das Ganze nichts zu tun», erklärt N.M. «Und was wir im Solarium gemacht haben, geht auch keinen etwas an.» N.M.* und D.J.* hatten am Montag kurz nach 19 Uhr das SunWorld Solarium in Gossau besucht und waren dabei gefilmt worden.

Nachdem die beiden Männer das Solarium betraten und gemeinsam in eine Kabine verschwanden, ohne sich dort zu sonnen, postete der Solarium-Inhaber das Überwachungsvideo mit dem Aufruf «Wer kennt diese beiden Jungs?» auf seiner Facebook-Seite. In Kürze wurde das Video über 14'000-mal angeschaut und der Inhaber erhielt viele Hinweise: «Ich weiss nun, wer sie sind», so Andy Allenspach. Deshalb habe er seinen Eintrag samt Video gelöscht.

Der wahre Grund bleibt geheim

Dass der Inhaber so viele Hinweise erhalten habe, sei nicht verwunderlich: «Uns kennen relativ viele Leute», sagt N.M. lachend. «Meine Freunde haben mich an meiner Gangart erkannt», so der 22-Jährige. Wieso der Solarium-Inhaber das Video auf Facebook gepostet hat, können die beiden Jungs jedoch nicht nachvollziehen: «Wir haben doch gar nichts kaputtgemacht», so D.J (21). Zudem sei es eine Frechheit, dass der Inhaber sie als Schwule oder Dealer verdächtigt habe: «Wer uns kennt, weiss, dass wir weder schwul sind noch mit Drogen handeln», so N.M.

Den wahren Grund ihres Solarium-Besuchs wollen die beiden Serben jedoch nicht preisgeben – jedenfalls nicht öffentlich. Nur soviel: «Wir waren schon oft in diesem Solarium», erklären die beiden Jungs, «auch um uns zu sonnen.»

«Inhaber soll sich entschuldigen»

Trotzdem wolle man mit dem Solariuminhaber noch zusammensitzen und über die ganze Angelegenheit sprechen. «Herr Allenspach soll sich für den Facebook-Post entschuldigen», so die beiden Ostschweizer. Rechtliche Schritte einleiten wollen sie vorerst nicht. «Wir werden das Ganze aber trotzdem mit einem Anwalt besprechen», so D.J.

Was die beiden aus der ganzen Geschichte gelernt haben? «Das nächste Mal werden wir ein anderes Solarium benutzen», so die Jungs.

* Name der Redaktion bekannt

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