Roman Bürki: «Wir hatten noch Glück»
Aktualisiert

Roman Bürki«Wir hatten noch Glück»

GC verliert sein Heimspiel gegen Luzern 1:2. Mit der Niederlage ist auch die Chance vertan, für zumindest eine Nacht dem FCB die Tabellenführung abzuluchsen.

von
Eva Tedesco

GC-Keeper Roman Bürki sucht nach Erklärungen für die schwache Leistung gegen Luzern. (Video: 20 Minuten)

«Wir können in der Defensive derzeit keine Stabilität herstellen», sagt Michael Skibbe nach der 1:2-Heimniederlage gegen den FC Luzern. «Ich bin enttäuscht, dass wir in der ersten Halbzeit nicht so viel Enthusiasmus und Kämpferherz aufgebracht haben, wie das in der zweiten Hälfte der Fall war.» Wie schon beim 4:2-Sieg in Aarau musste der GC-Trainer auch gegen den FCL in der Halbzeitpause deutliche Worte an seine Mannschaft richten. Gegen die Innerschweizer setzte der Deutsche ein zusätzliches Zeichen. Izet Hajrovic bekam in der Kabine die Gelegenheit, die komplette zweite Hälfte über seinen «uninspirierten Auftritt» nachzudenken.

Es lag aber nicht allein an Hajrovic, dass GC eines seiner schwächsten Spiele der Saison zeigte. Die Zürcher enttäuschten die knapp 5100 Zuschauer im Gefrierfach Letzigrund mit einem pomadigen und fahrigen Auftritt. «Wenn wir auf vier von sechs Stammspielern im Defensivbereich verzichten müssen, dann muss ich meine Mannschaft auch in Schutz nehmen», versucht sich Skibbe mit Erklärungen.

Personalmangel in der Defensive

Tatsächlich hätte die zweitoberste Reihe der Pressetribüne auch als GC-Bank durchgehen können. Da sassen Daniel Pavlovic, Milan Vilotic (beide gesperrt), Michael Lang und Captain Vero Salatic (beide verletzt) – in dieser Reihenfolge – dick eingepackt und mussten mit ansehen, wie sich ihre Mannschaftskollegen in einem veränderten System umsonst abmühten.

Aufgrund des Personalmangels hatte Skibbe auf eine Dreier-Abwehrkette (Bauer, Dingsdag, Grichting) umgestellt, die er bisher erst einmal im Europacup gegen Fiorentina hat spielen lassen. «Wir haben das System nie trainiert vorher. Wir waren zwar nicht verunsichert, aber wir konnten durch die Umstellungen einfach nicht die richtigen Lösungen finden», sagt Roman Bürki. Aber der GC-Keeper musste auch zugeben, dass der Führungstreffer von Dimitar Rangelov (41.) – auf einen Freistoss von Michel Renggli – nichts mit dem Systemwechsel zu tun hatte.

Tabellenführung vor Augen

«Ich muss sogar sagen, dass wir Glück gehabt haben, dass Luzern in der ersten Halbzeit auch nicht so gut gespielt hat, sonst hätten sie vielleicht noch mehr Tore gemacht. Wir waren wirklich nicht auf der Höhe», fährt der GC-Keeper mit seinen Ausführungen nach dem Spiel fort. Hatte die schwache Leistung vielleicht etwas damit zu tun, dass GC die Tabellenführung vor Augen hatte? «Wir hatten schon einmal die Chance dazu» so Bürki, «aber es ist sicher nicht daran gelegen. Wir sind ins offene Messer gelaufen, weil wir unbedingt die drei Punkte wollten.»

Unabhängig davon, dass GC mit einem Sieg den FC Basel an der Tabellenspitze hätte ablösen können - die Niederlage gegen den FCL wiegt mehr. Bürki: «Ich bin lieber am Schluss der Saison oben auf dem Leaderthron als jetzt. Es ist bitter, wie wir verloren haben. Wir müssen jetzt nach vorne schauen. Es folgt am Mittwoch der Cup, und da haben wir einen Titel zu verteidigen. Am Schluss der Meisterschaft folgen noch die heissen Spiele gegen Basel und Zürich. In diesen Spielen muss jeder top motiviert sein, denn gegen diese Teams können wir uns eine Halbzeit wie gegen Aarau und Luzern nicht leisten.»

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