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FCB-Trainer Yakin«Wir hatten schon schwierigere Lose»

Die letzte Hürde vor der Champions League für den FCB heisst Ludogorez Rasgrad und ist bulgarischer Meister. Trainer Murat Yakin und Marco Streller sind nicht unglücklich über das Los.

von
Eva Tedesco

FCB-Trainer Murat Yakin äussert sich über das Los in der Champions-League-Qualifikation und den nächsten internationalen Gegner Ludogorez Rasgrad aus Bulgarien. (Video: 20 Minuten)

Marco Streller atmete vor allem auf, weil ihm ein mehrstündiger Flug über fast 4000 Kilometer nach Kasachstan erspart bleibt. Denn das Los sagt, dass der FC Basel «lediglich» in die rund 1350 Kilometer entferne, bulgarische Hauptstadt Sofia fliegen muss, wo das Hinspiel gegen Ludogorez Rasgrad am 21. August stattfinden wird. Das, weil das Stadion in der Stadt Rasgrad im Nordosten des Landes nicht den Uefa-Bedingungen entspricht. Aber natürlich sei das nicht das entscheidende Kriterium. Auch sonst zeigt sich der FCB-Captain zufrieden mit dem Los.

«Ich habe mir vor der Auslosung zwei Gruppen zurechtgelegt: Auf Legia Warschau und Karaganda aus Kasachstan wäre ich nicht gerne gestossen und gerne gespielt hätte ich gegen Austria Wien und NK Maribor. Die Bulgaren sind so ein bisschen in der neutralen Zone für mich. Rasgrad ist nicht unbedingt ein Wunschlos, aber ich kann damit leben. Wir wissen nicht unbedingt viel über sie. Ausser, was ich so auf Transfermarkt gefunden habe und Ivan Ivanov, der ja zuletzt mit Partisan Belgrad gegen die Bulgaren gespielt hat, an Informationen weitergegeben hat.»

Ein Platini - aber aus Brasilien

Spieler aus dem Kader des Gegners kennt Marco Streller bislang kaum. «Ausser dem Brasilianer Michel Platini, gegen den wir schon gespielt haben.» Das war in der Gruppenphase der Europa League in der Saison 2009/10 und der FCB gewann in Sofia gegen den CSKA auswärts 2:0. «Ich kann mich erinnern, dass wir den Gegner nach Strich und Faden dominiert haben», sagt Streller.

Der Stürmer erinnert sich noch an ein weiteres Spiel gegen Bulgaren. Das war mit der Nati am 26. März 2011. Das peinliche torlose Remis in der EM-Qualifikation gegen die bulgarische Nationalmannschaft im Vasil Levski Stadion in Sofia war das letzte Länderspiel des ehemaligen 36-fachen Internationalen. «Das ist mir sehr gut in Erinnerung», so Streller knapp.

Auch Murat Yakin gab sich mit dem Los zufrieden. Ähnlich wie sein Captain ist der FCB-Trainer froh, dass er nicht auf den polnischen Meister Warschau trifft. Über Rasgrad kann sich Yakin noch kein Bild machen. «Ich kenne die bulgarische Meisterschaft zu wenig. Es ist sicherlich eine Liga, die man ernst nehmen und respektieren muss. Aber wir haben sicher schon schwierigere Lose gehabt, um uns für die Champions League zu qualifizieren.»

Viele Informationen und ein Spionage-Trip

Der FCB-Trainer wird in den kommenden zwölf Tagen bis zum Hinspiel die Gelegenheit nützen, sich auch das eine oder andere Spiel des bulgarischen Meisters, der im Uefa-Ranking Platz 292 belegt und damit weit abgeschlagen hinter den Bebbi (35) rangiert ist, persönlich anzuschauen. Zudem schwirren bereits am Wochenende die FCB-Scouts aus, um möglichst viele Informationen über Ludogorez Rasgrad zu sammeln. Der Tabellenvierte trifft am Samstag in der 4. Runde der "A"Liga Zuhause auf das neuntplatzierte CSKA Sofia.

«Wir sind happy. Auch, dass wir erst auswärts antreten können und dann eine Woche später zu Hause die ganze Sache für uns entscheiden können.» Freie Fahrt gibt es auf diesem Niveau trotz der Unbekanntheit des Gegners nicht. Yakin: «Wir müssen jeden Gegner ernst nehmen. Es gibt keine einfachen Gegner mehr. Das hat gerade diese Qualifikation wieder gezeigt. Wir haben in Tel Aviv erfahren müssen, dass es nicht einfach ist, gegen solche Gegner zu spielen. Deshalb müssen wir absolut konzentriert in alle Spiele gehen.»

Rasgrad - eine Wundertüte

«Der Gegner ist schon ein bisschen eine Wundertüte», sagt Streller. «Aber wenn man in die Champions League will, muss man die zwei Playoff-Spiele erfolgreich bestreiten – und wir wollen unbedingt in die Champions League. Aber sie haben gerade Partisan Belgrad aus dem Wettbewerb geschossen und zudem einen Mäzen im Hintergrund, der praktisch eine komplette neue Mannschaft zusammengekauft hat und mit ihr zweimal in Folge Meister wurde. Aber noch einmal: Wenn man in die Champions League will, muss man sie schlagen.»

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