Weinfelden TG: «Wir hoffen auf weitere Verhaftungen»
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Weinfelden TG«Wir hoffen auf weitere Verhaftungen»

Nachdem beim Bahnhof Weinfelden ein 14-Jähriger verprügelt wurde, nahm die Polizei nun zwei Personen fest. Der Jugendliche leidet an den Folgen der Attacke. Sein Vater fordert Konsequenzen für die mutmasslichen Täter.

von
Michel Eggimann
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Nach Überfällen beim Bahnhof Weinfelden konnte die Polizei nun zwei Personen ermitteln und festnehmen.

Nach Überfällen beim Bahnhof Weinfelden konnte die Polizei nun zwei Personen ermitteln und festnehmen.

Wikipedia/Cityboy91
Ein 14-Jähriger und ein 19-Jähriger wurden beim Bahnhof im Februar verletzt.

Ein 14-Jähriger und ein 19-Jähriger wurden beim Bahnhof im Februar verletzt.

Google Street View
Der 14-Jährige erlitt unter anderem eine Gehirnerschütterung.

Der 14-Jährige erlitt unter anderem eine Gehirnerschütterung.

Wikipedia/Pingelig

Darum gehts

  • Die Kantonspolizei Thurgau hat zwei Personen verhaftet.

  • Sie werden verdächtigt, bei Überfallen am Bahnhof Weinfelden beteiligt zu sein.

  • Im Feburar wurden dort ein 14-Jähriger und ein 19-Jähriger verletzt.

  • Der 14-Jährige leidet laut seinem Vater noch heute an den Folgen des Überfalls.

  • Der Familienvater hofft auf weitere Verhaftungen und ein Durchgreifen.

Beim Bahnhof Weinfelden kam es letzten Monat innert zwei Tagen zu zwei Raubversuchen. Unbekannte bedrohten und verletzten einen 14-Jährigen sowie einen 19-Jährigen. Wie die Kantonspolizei Thurgau nun mitteilt, wurden zwei Personen als mutmassliche Täter ermittelt und festgenommen.

Polizeisprecher Michael Roth sagt: «Wer bei welchem Vorfall beteiligt war, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Sicher ist, dass je eine Person jeweils bei einem der beiden Überfallen dabei war.» Die Abklärungen der Kriminalpolizei seien noch nicht abgeschlossen. Bei den Verhafteten handelt es sich um einen 16-Jährigen und einen 19-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft führt eine Strafuntersuchung.

Jugendlicher leidet an Folgen

Der 14-jährige Betroffene des Überfalls ist Manuel Schenk. Er schilderte nach dem Vorfall, er sei zusammen mit einem Kollegen von Unbekannten angesprochen und bedroht worden. Diese forderten Bargeld. Als sich die Möglichkeit geboten habe, seien er und sein Kollege geflüchtet. Doch er sei eingeholt worden und mit Faustschlägen und Fusstritten traktiert worden. «Ich lag auf dem Boden und nahm die Tritte wahr. Sonst habe ich gar nichts mehr realisiert und mein Kopf fühlte sich komplett leer an», so der Jugendliche. Sein Vater sagt, sein Sohn leide noch heute an den Folgen des Überfalls. «Besonders lange Konzentrationsphasen sind für Manuel schwierig. Bei längeren Lernphasen für Prüfungen ist er schnell erschöpft», erklärt Kurt Schenk.

Den Bahnhof Weinfelden meidet der Jugendliche noch immer. Dass jetzt Personen verhaftet wurden, sei eine Erleichterung für die gesamte Familie. Sein Vater sagt: «Wir hoffen, es kommt zu weiteren Verhaftungen. Es waren ja mehrere Personen beteiligt.» Er persönlich findet, die beteiligten Personen müssten für ihr Handeln entsprechend bestraft werden.

Die beiden Vorfälle von Mitte Februar waren nicht die ersten beim Bahnhof Weinfelden. Der Stadtrat hat danach reagiert und zusätzliche Präsenz eines privaten Sicherheitsdiensts organisiert. «Die Firma Delta Security AG wurde deshalb damit beauftragt, jeweils am Abend mit einer Patrouille am Bahnhof Weinfelden präsent zu sein», hiess es in einer Mitteilung. Zudem will sich der Weinfelder Stadtrat mit den involvierten Parteien, den SBB und der Kantonspolizei Thurgau austauschen, um die Sicherheit am Bahnhof bestmöglich zu gewährleisten. Dazu meint Kurt Schenk: «Ich habe die Erwartung und die Hoffnung, dass jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden. Es darf nicht der Eindruck entstehen, beim Bahnhof Weinfelden kann man machen, was man will.»

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Onlineberatung für Frauen (BIF)

Onlineberatung für Männer

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Tel. 147

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