Gaddafi tot, Hillary froh: «Wir kamen, sahen – und er starb!»
Aktualisiert

Gaddafi tot, Hillary froh«Wir kamen, sahen – und er starb!»

Zahn um Zahn: Hillary Clintons freimütiger Jubel über Gaddafis Tod lässt erahnen, dass es mit dem «Change» in der Administration Obama nicht so weit her ist.

von
Lukas Egli
Freude herrscht: US-Aussenministerin Hillary Clinton zitiert in bester George-Bush-Manier den grossen römischen Feldherrn Julius Cäsar.

Freude herrscht: US-Aussenministerin Hillary Clinton zitiert in bester George-Bush-Manier den grossen römischen Feldherrn Julius Cäsar.

Politik ist ein nüchternes Abwiegen von Vor- und Nachteilen. Nicht US-amerikanische Politik! Ex-Präsident George W. Bush zog einst in den Krieg gegen den Irak, weil der irakische Diktator Saddam Hussein angeblich seinen Vater, George Bush senior, hat umbringen lassen wollen. Okay, die Bushs sind eine schrecklich texanische Familie. Die ganze Welt war froh, als die Ära von George Herbert und George Walker endlich vorbei war.

Und nun dies: Hillary Clinton, einst integre First Lady, liberale Präsidentschaftskandidatin der Demokraten und nun als Aussenministerin eine sichere Bank an Barack Obamas Seite – diese Hillary Clinton freut sich nun vor laufender Kamera über Muammar Gaddafis Tod? Okay, vorerst zeigt sie sich nur erleichtert über die zu dem Zeitpunkt noch unbestätigte Nachricht, wonach der Schreckensherrscher Libyens gefasst wurde. Aber das mit Verve!

Doch als die Nachricht von Gaddafis Tod eintrifft, legt die einstige Hoffnungsträgerin in bester Bush-Manier nach und zitiert den grossen römischen Feldherrn Julius Cäsar: «Wir kamen, und wir sahen – und er starb.» Dann lacht sie. Lacht darüber, dass der Schreckensherrscher von Libyen bei seiner Gefangennahme getötet wurde.

Clinton ist in bester Gesellschaft: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kommentierte die Tötung Osama bin Ladens mit folgenden Worten: «Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.» Wahre Worte aus dem Mund einer Christdemokratin, ne?

Könnte es sein, dass wir Obamas Mantra «Yes we can!» falsch verstanden haben?

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