Drama auf Schulreise: «Wir können den Tod des Buben nicht fassen»
Aktualisiert

Drama auf Schulreise«Wir können den Tod des Buben nicht fassen»

Der zwölfjährige Yannick stürzte bei einem Schulausflug im Fricktal AG eine Geröllhalde hinunter. Eine Woche nach dem Unfall erlag der Bub den Verletzungen.

von
nj
In der Nähe vom Cheisacherturm im Aargau ist der Zwölfjährige zu Tode gestürzt.

In der Nähe vom Cheisacherturm im Aargau ist der Zwölfjährige zu Tode gestürzt.

Mehrere Klassen der Bezirksschule Frick AG waren am 2. Juli auf dem Heimattag im Aargauer Jura unterwegs. In der Mittagspause in der Nähe des Cheisacher Aussichtsturms entfernten sich nach Angaben der Aargauer Staatsanwaltschaft vom Mittwoch zwei Knaben von der Gruppe. Einer der beiden, der zwölfjährige Yannick, stürzte dabei einen steilen Hang hinunter. Der Bub wurde mit einem Rega-Helikopter ins Inselspital nach Bern geflogen. Am Dienstagabend starb er dort an seinen schweren Verletzungen.

Der Tod des Jungen hinterlässt in der Region Frick tiefe Trauer. «Wir können das Geschehene noch gar nicht fassen», sagt Bernhard Burgener, Vize-Präsident der Schulpflege Frick. Auch der Gemeindepräsident von Frick ist tief betroffen. Er hat am Mittwochmorgen vom Tod des Jungen erfahren: «In Gedanken sind wir seither die ganze Zeit bei der Trauerfamilie.» Der Vater des Jungen ist eine einflussreiche Person im Fricktal. Für die Familie, die Lehrer und Mitschüler wurde ein Careteam aufgeboten. Einige Schüler werden vielleicht erst nachträglich vom Tod des Gspänli erfahren – im Kanton Aargau sind seit dieser Wochen Ferien.

Mit den Ermittlungen erst am Anfang

Warum Yannick in den Tod stürzte, klärt jetzt die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau. Sie ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und hat eine Anzeige gegen Unbekannt eingereicht. Sie will damit den genauen Hergang des Vorfalles untersuchen und klären, ob auf dem Ausflug Sorgfalts- oder Aufsichtspflichten gegenüber den Schülern verletzt worden sind.«Derzeit haben wir keinen konkreten Verdacht gegen eine oder mehrere Personen, darum ermitteln wir gegen Unbekannt. Das kann sich aber natürlich ändern, wenn wir mehr wissen», sagt Sprecherin Elisabeth Strebel.

Einen Hinweis auf ein Gewaltverbrechen gebe es nicht. Erste Befragungen wurden gleich nach dem Sturz durchgeführt, weitere werden folgen. Ausserdem hat die Staatsanwaltschaft eine Obduktion angeordnet. Allenfalls folgen ausserdem Gutachten von Experten.

Eine schnelle Aufklärung kann man in diesem Fall wohl nicht erwarten. Bei einem Fall von letztem Sommer, bei dem ein Schüler bei einem Schulausflug in der Reuss ertrank, stehen die Ermittler nun, ein Jahr danach, kurz vor dem Ende der Beweisaufnahme. (nj/sda)

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