Sean Simpson: «Wir können und müssen besser spielen»

Aktualisiert

Sean Simpson«Wir können und müssen besser spielen»

Jetzt weiss auch Sean Simpson wie es ist, wenn unser Nationalteam hohe Erwartungen nicht erfüllen kann: Nur ein 1:0 nach Verlängerung gegen Frankreich zum WM-Auftakt.

von
Klaus Zaugg
Kosice

Wie Nati-Trainer Sean Simpson fordert auch Stürmer Victor Stancescu eine Steigerung. (Video: 20 Minuten Online)

Vor einem Jahr hat Sean Simpson seine erste WM mit Karacho begonnen. Schon nach 146 Sekunden fiel das 1:0 gegen Lettland und das WM-Startspiel wurde in Mannheim sicher mit 3:1 gewonnen. Es folgten Siege über Italien, Kanada und Tschechien und am Ende stand der 5. Platz nach einem ganz knapp verlorenen Viertelfinale gegen Deutschland (0:1).

Nun hat Sean Simpson zum ersten Mal als Coach durchgemacht, was er bisher nur als Zuschauer erlebt hat: Ein Spiel der Schweizer, das einfach nicht in Gang kommen will. «Das kann passieren. Es war mein bisher schwierigstes Spiel.» Man habe die Franzosen nicht unterschätzt. «Wir haben ein schweres Spiel erwartet und die Vorbereitung war gut.» Ein ungutes Gefühl habe er nicht gehabt. «Die Vorbereitung war ruhig und alle waren konzentriert. Aber dann ist es einfach nicht gelaufen. Wir konnten die Blockade nicht lösen.» Ausgeflippt sei er deswegen nicht. «Ich habe in der Kabine deutlich gesprochen. Aber ich bin nicht ausgeflippt. Es stand ja nach dem ersten und zweiten Drittel 0:0. Also bin ich positiv geblieben.» Kann Sean Simpson überhaupt ausflippen? «Oh ja.»

Der Stromausfall (nach 1:42 Min. im Schlussdrittel) habe eher seiner Mannschaft geholfen. «Wir sind nachher besser geworden.» Die Linienumstellungen habe er sich nicht während dieses unerwarteten Unterbruchs ausgedacht. «Das habe ich schon in der zweiten Pause so beschlossen.»

Simpson erwartet eine Steigerung

Der Sieger hat immer recht. Die letzte Wahrheit steht oben auf der Resultatanzeige. Und dort steht 1:0 für die Schweiz. Sieg. Zwei Punkte. Das ist der Grund, warum Simpson trotz des enttäuschenden Spiels ruhig und gelassen bleibt. Dass nun für die zweite Partie gegen Weissrussland (Sonntag, 20:15 Uhr) eine Steigerung notwendig ist, weiss er. «So darf es nicht weiter gehen. Wir können und wir müssen besser spielen.»

Einzelne Spieler mochte er nicht kritisieren. Er lobte Julien Vauclair für die Einzelleistung, die nach 106 Sekunden in der Verlängerung die Entscheidung gebracht hat. Dass NHL-Haudegen Luca Sbisa schliesslich am wenigsten Einsätze (14) und am wenigsten Eiszeit aller Verteidiger (11:08 Min.) bekommen hat (Goran Bezina stand 23:34 Min. auf dem Eis) sei logisch. «Er hat eine lange Reise hinter sich und konnte vor dem Spiel nicht mit uns trainieren. Für einen Verteidiger ist es noch schwieriger, sich auf dem grossen Eisfeld zurechtzufinden.» Simpson erwartet in den nächsten Partien eine Steigerung.

Ein schwaches WM-Startspiel passiert auch den vermeintlich grossen Hockeynationen oft. Russland hat gegen Deutschland seine WM-Startpartie an dieser WM sogar verloren (0:2). Es ist sogar ein Merkmal grosser Teams, dass sie dazu in der Lage sind, sich im Laufe eines WM-Turniers zu steigern.

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