Türkei: «Wir könnten eines Nachts kommen» – Erdogan droht Griechenland mit Angriff

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Türkei«Wir könnten eines Nachts kommen» – Erdogan droht Griechenland mit Angriff

Recep Tayyip Erdogan hat erneut scharfe Drohungen Richtung Athen ausgesprochen. Ebenso machte er die westlichen Sanktionen gegen Russland für die Energiekrise verantwortlich.

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Erdogan droht Griechenland offen mit einer Invasion.

Erdogan droht Griechenland offen mit einer Invasion.

REUTERS
Der türkische Präsident beschuldigt Athen der angeblichen Ausrichtung des S-300-Luftverteidigungssystems auf türkische Jets.

Der türkische Präsident beschuldigt Athen der angeblichen Ausrichtung des S-300-Luftverteidigungssystems auf türkische Jets.

AFP
Gleichzeitig macht Erdogan die westlichen Sanktionen gegen Russland für die Energiekrise verantwortlich.

Gleichzeitig macht Erdogan die westlichen Sanktionen gegen Russland für die Energiekrise verantwortlich.

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Darum gehts

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat dem Nachbarn Griechenland erneut scharf gedroht. «Wir können plötzlich eines Nachts kommen», sagte Erdogan am Dienstag vor einer dreitägigen Balkanreise. Den Satz hatte der türkische Präsident in der Vergangenheit häufig bezogen auf militärische Operationen verwendet – etwa in Syrien oder im Irak. Erdogan bezog sich auf die angebliche Ausrichtung des S-300-Luftverteidigungssystems Griechenlands auf türkische Jets. Athen bestreitet diese Vorwürfe Ankaras.

Bereits am Samstag hatte Erdogan Griechenland die Besetzung von Inseln vorgeworfen und eine offene Drohung ausgesprochen. «Eure Besetzung der Inseln bindet uns nicht. Wir werden das Notwendige tun, wenn die Zeit gekommen ist. Wie wir sagen: Wir können eines Nachts plötzlich kommen.»

Ankara argumentiert, Griechenland verstosse mit der Stationierung von Militäreinheiten und Waffensystemen auf Inseln in der Ägäis gegen die Verträge von Lausanne (1923) und Paris (1947). Athen begründet die Militarisierung mit einer Bedrohung durch Ankara und dem Recht eines jeden Staates auf Selbstverteidigung.

Erdogan macht Sanktionen für Energiekrise verantwortlich

Erdogan hat die gegen Russland verhängten Sanktionen des Westens für die Energiekrise in Europa verantwortlich gemacht. Die europäischen Länder würden «ernten, was sie gesät haben», sagte Erdogan am Dienstag in Ankara – Putin setze alle seine Mittel und Waffen ein. «Erdgas ist leider eine davon», sagte der türkische Staatschef. Er gehe davon aus, dass Europa in diesem Winter «ernsthafte Probleme» haben werde. Für sein Land hingegen gelte dies nicht.

Der türkische Präsident folgt mit diesen Äusserungen der Darstellung Moskaus. Am Montag hatte der Kreml den Westen für den Stopp der Gaslieferungen über Nord Stream 1 nach Europa verantwortlich gemacht. Die Probleme seien «wegen der Sanktionen der westlichen Staaten aufgetreten, es gibt keinen anderen Grund dafür», sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Türkei pflegt zu beiden Kriegsparteien gute Beziehungen

Die westlichen Staaten hatten in Reaktion auf den am 24. Februar von Russland begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine massive Sanktionen gegen Moskau verhängt. Diese betreffen unter anderem Kohleimporte, abgestuft auch Ölimporte, aber bisher nicht die Gasimporte, von denen viele EU-Staaten in besonderer Weise abhängig sind.

Die Türkei pflegt sowohl zu Russland als auch zur Ukraine gute Beziehungen. Ankara lieferte Kiew Militärdrohnen, schloss sich aber nicht den westlichen Sanktionen gegen Moskau wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine an.

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(DPA/AFP/job)

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