30 Jahre Bierhübeli: «Wir leben auch wegen der Digitalisierung weiter»
Aktualisiert

30 Jahre Bierhübeli«Wir leben auch wegen der Digitalisierung weiter»

Das Bierhübeli wird dreissig. Am Freitag zelebriert das Konzert- und Partylokal mit allerlei prominentem Besuch seinen Geburtstag. Die Betreiber erklären, warum es so gut läuft.

von
ber

Dave Naef, Co-Geschäftsführer des Bierhübeli, über das Lokal, seine Vergangenheit und seine Zukunft. (Video: ber)

Seit drei Jahrzehnten feiern die Berner im Bierhübeli regelmässig ihre Partys und Konzerte. Am Freitag soll es anlässlich des Geburtstags des Kultlokals zur grössten aller Partys kommen: So spielen neben Patent-Ochsner-Frontmann Büne Huber unter anderem Baschi auch oder Nemo.

Eigentlich gibts das Bierhübeli schon länger

1729 als Gastwirtschaft betrieben, mauserte sich das Bierhübeli bald zu einem Veranstaltungsort. Im ausgehenden 19. Jahrhundert etwa fanden im Lokal Völkerschauen statt, wo «Wilde» aus Afrika bestaunt werden konnten.

Diese Zeiten sind vorbei. Anfänglich vor allem mit ausländischen und mittlerweile mit zwei Dritteln Schweizer Musikern, sorgt das Bierhübeli mit Konzerten und Partys für Furore. Dies seit weit mehr als drei Dekaden. Wieso wird also erst der 30. Geburtstag gefeiert? «Wir feiern die Regelmässigkeit. Seit regelmässig Partys und Konzerte im Bierhübeli stattfinden, sind dreissig Jahre vergangen», erklärt Dave Naef, Co-Geschäftsführer des Bierhübeli.

Einfluss auf den Berner Rock

In den letzten Jahren mussten immer mehr Konzertlokale und Nachtclubs schliessen, doch das Bierhübeli hielt sich standhaft. Woran liegt das? Naef: «Wir sind sehr breit aufgestellt, da wir zusätzlich zu den Konzerten und Partys stets neue Investitionen tätigen.» Etwa die Lichtanlage sei erst kürzlich erneuert worden. Zudem lanciere man immer wieder neue Party-Formate und könne im Kundenbereich problemlos mit den Grossen mithalten.

Auch Zukunftsängste in Zusammenhang mit dem Bierhübeli plagen Naef keine: «In Zeiten der Digitalisierung ist es für Bands sehr wichtig, live auftreten zu können, damit ihre Musik wahrgenommen wird. Wir bieten auch unbekannten lokalen Musikern diese Chance.» Da man dies bei den klassischen Berner Mundart-Bands wie Polo Hofer, Züri West oder Stiller Has auch schon getan habe, sei der Einfluss des Bierhübeli auf den Berner Rock gross.

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Gitarren-Power im Bierhübeli: 1995 greifen Eddie "Hurricane" Engeler, Mario Capitanio, Jimy Hofer und Marino Gaudini (von links) in die Saiten, um Hofers CD «Born in Berne» zu taufen.

Gitarren-Power im Bierhübeli: 1995 greifen Eddie "Hurricane" Engeler, Mario Capitanio, Jimy Hofer und Marino Gaudini (von links) in die Saiten, um Hofers CD «Born in Berne» zu taufen.

Keystone/Alessandro Della Valle
Büne Huber spielte schon mehrmals im Bierhübeli. Hier im Dezember 2000. Am Freitag spielt auch er wieder auf.

Büne Huber spielte schon mehrmals im Bierhübeli. Hier im Dezember 2000. Am Freitag spielt auch er wieder auf.

Keystone/str
Christian Häni, Frontmann der Halunke, ist am Freitag bei der 30-Jahr-Sause der musikalische Leiter.

Christian Häni, Frontmann der Halunke, ist am Freitag bei der 30-Jahr-Sause der musikalische Leiter.

Halunke

«Mit Büne zu singen, ist unglaublich»

Wie oben erwähnt, laden am Freitag wiederum Schweizer Musikergrössen zum Feiern ein. Verantwortlich dafür zeichnet Christian Häni. Der Frontmann der Halunke hatte fast keine andere Wahl, als das Amt des musikalischen Leiters zu übernehmen, wie er am Telefon erklärt: «Ich konnte gar nicht Nein sagen, als mich Dave Naef angerufen hat. Es ist mir eine Ehre, diesen Anlass mitgestalten zu dürfen.»

Das erste Mal spielte Häni im Jahr 2000 mit seiner damaligen Formation Scream im Bierhübeli: Natürlich war ich bereits vorher dort an Konzerten und wollte immer mal auf dieser Bühne spielen. Am Freitag wird er dies mit den Halunke wieder tun. Speziell für den Berner ist, dass er mit Büne Huber musizieren wird: «Es ist unglaublich, wenn du Büne Hubers Songs interpretieren darfst und er ebenfalls bei deinen mitsingt», so der bekennende Patent Ochsner-Fan. Angesichts des Line-ups geht Häni stark von einem ausverkauften Haus aus.

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