Saas-Grund VS: «Wir leben in den Bergen immer mit diesem Risiko»

Aktualisiert

Saas-Grund VS«Wir leben in den Bergen immer mit diesem Risiko»

Nach dem Abbruch der gefährdeten Gletschermasse sind die Behörden erleichtert. Die Evakuierung sei gut gelaufen – mit wenigen Ausnahmen.

von
J. Furer / S. Ehrbar
Saas-Grund

Der Gemeindepräsident von Saas-Grund, Bruno Ruppen, zur Lage im Dorf. (Video: jen/ehs)

In der Nacht auf Sonntag ist von der absturzgefährdeten Masse des Triftgletschers, die etwa 250'000 bis 300'000 Kubikmeter umfasst, ein grosser Teil abgebrochen. «Ein lokaler Beobachtungsposten hat das festgestellt und uns gemeldet», sagt Simon Bumann, Leiter des Krisenstabs, zu 20 Minuten. Die Gefahr, die vom restlichen Drittel ausgehe, sei gering. «Ein Abbruch dieser Masse dürfte die Bevölkerung im Dorf nicht erreichen.»

Nach dem grossen Abbruch dürfte die Gefahr für die nächsten Jahre gebannt sein, sagt Bumann. Es kämen höchstens noch ein paar Zehntausende Kubikmeter Masse. Ob der Klimawandel solche Ereignisse begünstige, sei schwierig zu sagen. «Ein gewisser Einfluss ist sicher da.»

Leiter Krisenstab zum Gletscherabbruch

Simon Bumann, der Leiter des Krisenstabs, zur Lage in Saas-Grund (Video: jen/ehs)

«Evakuierung wurde gut aufgenommen»

Den Bewohnern gehe es wieder besser, sagt Gemeindepräsident Bruno Ruppen zu 20 Minuten (siehe Video). «Es ist für alle eine Erleichterung.» Um halb acht Uhr morgens sei am Samstag die Warnung der ETH Zürich gekommen. «Es hatte zwei Experten, die es wieder besser gewusst haben, aber sonst wurde die Evakuierung gut aufgenommen.»

Das Risiko solcher Ereignisse sei in den Bergen immer da. «Wir können mit dem gut leben», sagt Ruppen. Mit der Klimaänderung gebe es solche Vorkommnise zwar immer häufiger. «Die Leute sind ruhig, wir haben uns daran gewöhnt.»

Behörden zum Gletscherabbruch in Saas-Grund

Zwei Drittel des Gletschers sind abgebrochen. (Video: Tamedia/20min)

Die Medienkonferenz zum Gletscherabbruch im Video. (Video: jen/ehs)

Deine Meinung