Ex-Mönch Benno: «Wir leben jetzt in schwerer Sünde»
Aktualisiert

Ex-Mönch Benno«Wir leben jetzt in schwerer Sünde»

Er war einer der bekanntesten Mönche der Schweiz: Doch jetzt hat Franziskaner Benno die Kutte abgelegt – wegen seiner Liebe zu Seraina.

von
Marco Lüssi
Wegen ihr verliess Bruder Benno den Franziskanerorden: Seraina auf einer gemeinsamen Afrika-Reise.

Wegen ihr verliess Bruder Benno den Franziskanerorden: Seraina auf einer gemeinsamen Afrika-Reise.

Mit brauner Kutte bekleidet und stets strahlend lächelnd kümmerte sich Bruder Benno Kehl um die Junkies in Zürichs Strassen und wurde durch viele Medienauftritte zu einem der bekanntesten Ordensbrüder der Schweiz. Doch seit kurzem ist Benno kein Mönch mehr: Er ist aus dem Franziskanerorden ausgetreten, weil er sich in eine Frau verliebt hat. «Ich musste die Konsequenzen ziehen, denn ich wollte kein Doppelleben führen», sagt Benno zu 20 Minuten. Leicht fiel ihm dieser Schritt nicht: «Immer wieder habe ich versucht, die Liebe zu Seraina in eine Liebe zu Gott zu verwandeln.» Als er Seraina für die Hilfsprojekte des Vereins Tautropfen nach Burkina Faso begleitete, wurde den beiden endgültig klar, dass sie zusammengehören: «Wir wurden auf unserer Afrikareise schwer krank – und bekamen ein neues, gemeinsames Leben geschenkt.»

Heute leben Seraina und Benno zusammen – «in schwerer Sünde», schmunzelt der Ex-Mönch. Seit einer Woche trägt das Paar Verlobungsringe: «Und irgendwann würden wir gern in der Kirche heiraten», sagt Benno. Weil er mit der Liebe zu Seraina sein Gelübde gebrochen hat, steht er jedoch in Konflikt mit dem Kirchenrecht. «Ich würde aber der Kirche gern weiter dienen und habe dies Papst Benedikt XVI. in einem Brief mitgeteilt», so Benno. Eine Antwort hat er bisher nicht erhalten. Klar aber ist für Benno: Er wird weiter Gassenarbeit in Zürich leisten – und sich gemeinsam mit Seraina um Hilfsprojekte in Afrika kümmern.

www.tautropfen.ofm.li

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