My Lovestory: «Wir lernten uns durch einen Facebook-Like lieben»
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My Lovestory«Wir lernten uns durch einen Facebook-Like lieben»

Rascha (39) lernte vor vier Jahren die Liebe ihres Lebens kennen: Sascha (36). Bereits acht Wochen später zogen die beiden zusammen und nach vier Wochen gaben sie sich das Jawort. Das bereuen sie bis heute nicht.

von
Julia Ullrich
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Rascha (39) und ihr Mann Sascha (36) haben vor vier Jahren überstürzt geheiratet. Die beiden kannten sich beim Jawort erst seit drei Monaten.

Rascha (39) und ihr Mann Sascha (36) haben vor vier Jahren überstürzt geheiratet. Die beiden kannten sich beim Jawort erst seit drei Monaten.

Foto: privat
«Vor über vier Jahren lernten Sascha und ich uns über Facebook kennen. Ich likte ein Bild in einer Gruppe. Darauf war eines seiner Tattoos zu sehen», so Rascha.

«Vor über vier Jahren lernten Sascha und ich uns über Facebook kennen. Ich likte ein Bild in einer Gruppe. Darauf war eines seiner Tattoos zu sehen», so Rascha.

Zwei Wochen lang schrieben sich die beiden, bis er Rascha an einem Samstag im Juli endlich in Solothurn besuchte.

Zwei Wochen lang schrieben sich die beiden, bis er Rascha an einem Samstag im Juli endlich in Solothurn besuchte.

privat

Darum gehts

  • Rascha (39) und Sascha (36) lernten sich vor genau vier Jahren über Facebook kennen.
  • Zwei Wochen schrieben sich die beiden, bis sie sich das erste Mal trafen.
  • Sofort funkte es zwischen ihnen und die beiden zogen bereits nach acht Wochen mit Raschas Töchtern zusammen.
  • Auch die Hochzeit kam sehr schnell: Bereits vier Wochen später vermählten sie sich.
  • Bereuen tun sie diesen Schritt nicht.

«Vor über vier Jahren lernten mein Mann Sascha und ich uns über Facebook kennen. In einer Gruppe hatte er ein Bild von seinem Tattoo gepostet. Ich fand es toll und habe es sofort gelikt. Wenig später hat er mich angeschrieben und so kam der Ball ins Rollen. Zwei Wochen schrieben wir hin und her, bis er mich an einem Samstag im Juli endlich in Solothurn besuchen kam. Ich wartete bereits mit meiner kleinsten Tochter (damals neun) und dem Gottemeitli am Bahnhof. Als er dann aus dem Zug ausstieg, kam er gleich auf mich zu und schleckte mir wortwörtlich erst mal die ganze Backe ab. Darauf meinte er: «Du gefällst mir, dich behalt i!»

Auch ich war sofort hin und weg. Weniger davon, wie er aussah, sondern mehr von seiner Art. Er weiss einfach, was er will. Das gefällt mir. An unserem «Date» sind wir zuerst mit den beiden Mädchen zu McDonalds gegangen. Zum einen, damit sie eine Glace essen konnten und zum anderen, weil ich mir dachte: Wenn es nicht passt, kann ich ihn grad wieder zurück auf den Zug bringen. Dazu kam es aber glücklicherweise nicht. Stattdessen ist er mit zu mir nach Hause gekommen. Dort haben wir noch mit den Kindern im Garten gespielt und dann ist er über Nacht geblieben.

«Nach acht Wochen zog er bei mir und meinen Töchtern ein»

Seither war er eigentlich jedes Wochenende bei uns. Schon nach zwei Monaten zog er bei mir und meinen drei Töchtern ein und beteiligte sich aktiv an unserem Leben. Vier Wochen später gaben wir uns bereits im Kreise unserer Freunde und Verwandten das Jawort. Aber nicht alle waren glücklich über die Hochzeit. Einer meiner fünf Brüder rief mich zwei Tage vor dem grossen Tag an und bat mich, die Feier abzusagen. Innerhalb der Familie wurden viele Bedenken laut und es wurde als überstürzt abgetan. Mittlerweile sind mein Mann und ich seit vier Jahren verheiratet. Die Familien haben es akzeptiert und freuen sich für uns – genauso wie meine Kinder.

Ich hatte in der Vergangenheit schon Probleme mit einem meiner Ex-Partner. Das hat mich sehr mitgenommen. Zudem war ich, als ich Sascha kennenlernte, in einer schwierigen Situation. Ich habe viel gearbeitet, doch das Geld hat vorne und hinten nicht gereicht. Er war von Anfang an für mich und meine Töchter da und ich habe ihm all meine Sorgen erzählen können – zuerst am Telefon, später persönlich. Auch als ich an Morbus Crohn erkrankte, half er mir beispielsweise auf die Toilette oder auch beim Duschen. Mittlerweile unterstützen wir uns gegenseitig.

«Ich kann endlich sagen, dass ich glücklich bin»

Ich persönlich habe die Entscheidung, so schnell mit ihm zusammenzuziehen und ihn zu heiraten, nie bereut. Meinen Töchtern würde ich es jetzt aber auch nicht empfehlen. Meine älteste ist 19 Jahre alt und ich würde ihr sicher davon abraten, in so jungen Jahren so überstürzt zu heiraten. Ich war damals aber mit 35 Jahren schon deutlich älter. Mit 29 habe ich eine Krebsdiagnose bekommen, daher hat sich meine Sicht auf die Dinge sehr verändert.

Bereits nach den drei Monaten wussten wir, was wir vom Leben und voneinander wollten. Aber es hätte auch in die Hose gehen können. Ich bin sehr froh und erleichtert, dass es so gut herausgekommen ist. Er stärkt mich wirklich extrem. Zuvor habe ich mich immer angepasst, jetzt kann ich auch meine Meinung sagen. Auch meine Morbus-Crohn-Schübe sind seit zweieinhalb Jahren weg. Ich bin viel ausgeglichener und kann tatsächlich sagen: Ich bin endlich glücklich!»

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