Aktualisiert 02.02.2011 18:14

Gegenbewegung«Wir lieben dich Mubarak!»

Verängstigt und verärgert über die ausufernden Demonstrationen gegen Hosni Mubarak sind tausende zu einer Pro-Regierungsdemonstration auf die Strasse gegangen.

In der ersten grossen Gegendemonstration seit Beginn der Unruhen in Ägypten haben sich Tausende Anhänger Hosni Mubaraks mit dem ägyptischen Machthaber solidarisch gezeigt. Auf einer Allee in der vornehmen Nachbarschaft Mohandiseen in Kairo riefen sie «Wir lieben dich Mubarak!» und äusserten ihre Angst vor dem Chaos und der Gewalt, die derzeit in ihrem Land vorherrschen.

An der Protestaktion nahmen neben gut gekleideten Männern und Frauen auch Regierungsmitarbeiter und ein Dutzend Krankenschwestern teil. Bei ihnen handelte es sich nach eigenen Angaben um Mitglieder der Mittelklasse und Arbeiterschicht, deren Lebensumstände sich unter der Herrschaft Mubaraks verbessert haben.

Proteste in Ägypten

Viele der Demonstranten sagten, sie empfänden die Forderungen nach Mubaraks Rücktritt als Schmach. Ägypten sei eine sehr patriarchalische Gesellschaft, in der das Staatsoberhaupt als Vaterfigur gesehen werde. «Wir sind seit den Tagen der Pharaonen eine stabiles Land gewesen», sagte der 58-jährige Kriegsveteran Samir Hamid.

«Tag der Wut» in Ägypten

«Wenn er beleidigt wird, werde ich beleidigt»

«Diese Demonstranten wollen uns in Somalia verwandeln: Arm und im Krieg gegen sich selbst.» Ähnlich empfand der 31-jährige Fabrikarbeiter Mohammed Hussein, der sagte, Mubarak sei das Symbol von Ägypten. «Wenn er beleidigt wird, werde ich beleidigt.»

Ausschreitungen an Demos in Ägypten

Von den Demonstranten erklärten viele, sie würden den ägyptischen Präsidenten zwar nicht unbedingt unterstützen. Die gegen Mubarak gerichteten Demonstranten, die sich am Mittwoch wieder zu hunderten auf dem Kairoer Tahrir-Platz versammelt hatten, hätten sich mit der Ankündigung Mubaraks zufriedengeben sollen, dass er im September zurücktreten wolle, sagten sie.

«Es ist nicht so, dass Mubarak an Aladins Lampe rubbeln kann und einen Geist dort rausholen kann, der alles repariert», sagte die 41-jährige Fatima al Schal. «Wir müssen ihnen (der Regierung) Zeit geben, einen friedlichen Machtwechsel zu vollziehen.» (dapd)

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