Corona-Demonstration - «Wir machen nicht nichts» – Polizei wehrt sich gegen Kritik an Demo-Taktik
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Corona-Demonstration«Wir machen nicht nichts» – Polizei wehrt sich gegen Kritik an Demo-Taktik

Die Polizei liess die Massnahmen-Kritiker in Rapperswil-Jona gewähren, obwohl die Kundgebung nicht bewilligt war. Polizeisprecher Hanspeter Krüsi erklärt, wieso.

von
Angela Rosser

Darum gehts

  • In Rapperswil versammelten sich heute mehrere tausend Demonstranten.

  • Auf Social Media monierten Kritiker, die Polizei verhalte sich zu abwartend.

  • Polizeisprecher Hanspeter Krüsi verteidigt das Vorgehen.

Rund 4000 Demonstranten versammelten sich am Samstagnachmittag in Rapperswil. Die Polizei hatte im Vorfeld einige Personen sowie einen Car weggewiesen – während der Demo schritt sie aber nicht ein.

Auf Twitter sorgte die Taktik der Polizei für Diskussionen. So wunderte sich ein User, dass sich die Polizei aufs Beobachten der Demo beschränke.

Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, verteidigt das Vorgehen im Video-Interview mit 20 Minuten. Man müsse immer abwägen. «Es gibt Befürworter der Massnahmen und Gegner. Das Volk wie die Politik sind gespalten. Die Polizei kann machen, was sie will, sie ist immer dazwischen und muss versuchen, das Gesetz durchzusetzen, aber auch die Verhältnismässigkeit wahren. Wir machen nicht nichts, wir haben über fünfzig Menschen weggewiesen», so der Sprecher.

Bei der heutigen Corona-Demonstration in Rapperswil-Jona, wurden Dialogexperten eingesetzt und rund fünfzig Menschen weggewiesen. Ziel der Polizei war es, die Kundgebung friedlich zu beenden.

Bei der heutigen Corona-Demonstration in Rapperswil-Jona, wurden Dialogexperten eingesetzt und rund fünfzig Menschen weggewiesen. Ziel der Polizei war es, die Kundgebung friedlich zu beenden.

Twitter/ZStadtfux

Alle sollen gesund nach Hause kommen

Auf die Frage, welche Personen weggewiesen worden seien, antwortet Krüsi: «Wir setzen grossen Wert auf den Dialog. Wir haben extra Dialogmitarbeiter eingesetzt, die auf die Leute zugehen und nochmals erklären, dass es jetzt einfach verboten ist, zu demonstrieren.» Wer sich dann immer noch nicht einsichtig zeige, werde weggewiesen. Flächendeckend Bussen zu verteilen und diesen Dialog mit mehreren tausend Personen zu suchen, sei schlichtweg nicht möglich. Man müsse mit den Mitteln arbeiten, die vorhanden seien. Das Ziel sei, den Tag friedlich zu beenden. So, dass «alle meine Kollegen wieder gesund nach Hause kommen am Abend und auch alle Leute die heute in Rapperswil gewesen sind.»

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