Demos in 13 Städten: «Wir machen weiter, bis das Klima gerettet ist»
Aktualisiert

Demos in 13 Städten«Wir machen weiter, bis das Klima gerettet ist»

Schweizweit rufen Jugendliche am Samstagnachmittag zu Klima-Demonstrationen auf. Ihr Anliegen ist immer dasselbe: Die Politik soll endlich konkret etwas gegen den Klimawandel tun.

von
jk

Auf dem Zürcher Helvetiaplatz trafen sich Tausende Demonstarnten um für ein Umdenken in der Klimapolitik zu kämpfen. (Video: 20M/Tamedia)

«Wir müssen an den Wandel glauben. Nur dann können wir ihn erleben», ruft Orlando (16) ins Mikrofon. Die Menschenmenge auf dem Zürcher Helvetiaplatz applaudiert zustimmend. Der Schüler hat mitgeholfen, die Klimademonstration in Zürich diesen Samstag zu organisieren. Für das «Recht auf eine Zukunft» und gegen die «Klimakrise» gehen schweizweit wieder Tausende Schüler, Studentinnen und Auszubildende auf die Strasse.

Die Demonstranten fordern ein radikales Umdenken in der Klimapolitik und verlangen einen konsequenten Verzicht auf Öl und Gas bis 2030. Die Schweiz solle den Klimawandel als sogenannten «Klimanotstand» und damit als Krise, die es politisch und gesellschaftlich zu bekämpfen gelte, anerkennen. «Es ist die Aufgabe von uns allen, lässt uns Junge nicht im Stich», ruft Orlando weiter in die Menge. Solidarität sei nun gefragt, mit den Mitmenschen, den Tieren, den Pflanzen. Die Menge jubelt erneut.

Regierung soll Klimanotstand ausrufen

Ein Ziel der heutigen Demonstration sei es unter anderem, die kantonale Regierung in Zürich dazuzubringen, den besagten «Klimanotstand» auszurufen, sagt Orlando zu 20 Minuten. Die Demonstrationen in den 13 Städten heute seien nicht nur für Schüler gedacht, sondern für alle offen. Damit wolle man der Politik zeigen, dass das Klima keinesfalls nur ein Anliegen der Jungen sei. Tatsächlich: Auf dem Zürcher Helvetiaplatz haben sich Jung und Alt versammelt. Vereint rufen sie: «Wir sind da, weil man uns die Zukunft klaut» und verschiedene weitere Parolen. Das Organisationskomitee spricht von über 10'000 Demonstranten alleine in Zürich.

«Das Klima geht uns alle an. Solange wir nichts dagegen tun, haben nicht nur wir, sondern vor allem auch alle Generationen nach uns ein riesiges Problem», sagt Student Felix. Valentina aus Zürich pflichtet ihm bei: «Wir müssen handeln, weil die Politik zu wenig fürs Klima tut.» Wo man nur hinschaut, halten die Demonstranten jedes Alters Transparente in die Luft. Da steht etwa: «Es ist 5 vor 12» oder: «Hopp Schwiiz! Beim Klima sind wir nicht neutral.»

Tausende gehen in Zürich für den Klimaschutz auf die Strasse

Video: Tamedia

Über 10'000 Menschen gingen in Zürich auf die Strasse (Video: Tamedia)

Bereits letzte Woche waren schweizweit rund 22'000 Schüler auf die Strasse gegangen, um für das klimapolitische Umdenken zu demonstrieren. Diesen Samstag wurde diese Zahl bei weitem übertroffen. Mitorganisator Orlando sagt schliesslich: «Solange der Klimawandel nicht besiegt ist, werden wir nicht aufhören, zu demonstrieren.»

Auch in 12 weiteren Städten demonstrierten Jung und Alt gegen die gegenwärtige Umweltpolitik. Schätzungsweise 1500 bis 2000 Personen haben am Samstag in Bern an einer von Schülern organisierten Klima-Kundgebung teilgenommen. Die Teilnehmer brachten im wahrsten Sinn des Wortes den Waisenhausplatz zum Erzittern.

10'000 Personen demonstrierten in Lausanne, wie ein Polizeisprecher sagte. In St. Gallen zogen rund 800 Demonstranten aller Altersgruppen durch die Innenstadt. Zuvorderst hielten Schülerinnen und Schüler Spruchbänder mit «Macht mal was!» oder «Make the earth great again». Auch hier beteiligten sich an dem Demonstrationszug vom Klosterbezirk durch die Einkaufsgassen zum Bahnhof viele Erwachsene, Familien mit kleinen Kindern und Klima-Senioren.

Die vorhergehenden Klima-Streiks fanden jeweils am Freitag statt. Als Grund für die Durchführung der Klimademo an einem Samstag sagte Miriam Rizvi, Sprecherin des Kollektivs Klimastreik Ostschweiz: «Wir wollten, dass auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und auch Lehrerinnen und Lehrer teilnehmen können.»

Auch das Tessin wurde erstmals von der Klimastreikwelle erfasst. Über 1000 Schüler, Studenten und Familien demonstrierten in der Bellinzoneser Innenstadt.

(jk/sda)

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