Aktualisiert 10.09.2019 18:10

5 Vorurteile gegen Kosmetikerinnen

«Wir müssen den Pfusch dann ausbaden»

Sie sind auf schnelles Geld aus und nehmen es mit den Vorschriften nicht so genau: Eine Kosmetikerin kontert nach den Pfusch-Vorwürfen gängige Vorurteile.

von
bz

Lippenaufspritzungen sind bei jungen Frauen beliebt. Doch mit dem Resultat sind längst nicht alle Kundinnen zufrieden. «Wir stellen bei 17- bis 25-jährigen Patientinnen extrem viele Komplikationen aufgrund von Pfuscharbeiten fest», sagte Mark Nussberger, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Aesthetische Chirurgie (SGAC), zu 20 Minuten. Schuld daran seien Kosmetikstudios, die zu Spottpreisen und ohne Know-how mit Hyaluronsäure Lippen aufspritzen würden.

20 Minuten hat darauf eine Kosmetikerin mit diesem Vorwurf und weiteren Vorurteilen gegenüber Kosmetikerinnen konfrontiert. Die Antworten sehen Sie im Video.

Lippenunterspritzungen von Kosmetikerinnen

Die Schweizerische Gesellschaft für Aesthetische Chirurgie (SGAC) sowie CVP-Nationalrätin Ruth Humbel fordern, dass Kosmetikerinnen künftig keine Lippen mehr mit Hyaluronsäure unterspritzen dürfen. Auslöser sind Kundinnen, die aufgrund von unprofessionellen Eingriffen unter verunstalteten Lippen leiden.

Laut Nicole Schmid, Geschäftsleiterin vom Schweizer Fachverband für Kosmetik (SFK), steht der Verband hinter dem Merkblatt «Injizierbare Produkte zur Faltenbehandlung» des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic. «In unseren Lehrgängen und Kursen informieren und sensibilisieren wir die Teilnehmenden zu diesem Thema. Der SFK setzt sich für eine gute Ausbildung im Rahmen der Gesetzgebung ein», sagt Schmid.

Sie verweist darauf, dass das Erstellen von klaren Definitionen und Abgrenzungen zwischen kosmetischen und medizinischen Anwendungen sowie deren Kontrolle Aufgabe von Bund und Kantonen seien. «Neben Kosmetikerinnen mit geschützten eidgenössischen Abschlüssen praktizieren auch Kosmetikerinnen ohne Abschluss. Die Kontrolle der Zulässigkeit der Eingriffe in den Instituten obliegt den Behörden.»

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