Rheinfelden/Grenze: «Wir müssen kreativer sein als die Schmuggler»
Aktualisiert

Rheinfelden/Grenze«Wir müssen kreativer sein als die Schmuggler»

Deutsche Zöllner haben einen 62-jährigen Norddeutschen an der Grenze angehalten. Er hatte versucht, 80'000 Euro aus der Schweiz nach Deutschland zu schmuggeln.

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las/jd
500-Euro-Scheine im Gesamtwert von 80'000 Euro waren in das Sweatshirt eingenäht.

500-Euro-Scheine im Gesamtwert von 80'000 Euro waren in das Sweatshirt eingenäht.

Hauptzollamt Lörrach

Am 19. Dezember hielten deutsche Zöllner am Autobahnübergang Rheinfelden einen 62 Jahre alten Norddeutschen an, wie das Hauptzollamt Lörrach am Mittwoch mitteilte. Der Mann verneinte, Bargeldmittel im Wert von 10'000 Euro – dem zulässigen Maximalbetrag – bei sich zu haben. Im mitgeführten Gepäck fanden sie jedoch Hinweise auf ein Schweizer Bankkonto.

Die Täuschungsmanöver nahmen ein Ende, als die Beamten den Mann selber durchsuchten. Er hatte 500-Euro-Scheine in speziell dafür angefertigten Taschen in sein Sweatshirt eingenäht – Gesamtwert: 80'000 Euro. Dabei verraten habe sich der Schmuggler durch sein nervöses Verhalten, so Antje Bendel, Sprecherin des Hauptzollamts Lörrach. «Wenn jemand bei der Befragung zappelig ist, werden unsere Mitarbeiter natürlich auf ihn aufmerksam», sagt sie.

Sechster Sinn für Schmuggler

Die Grenzwächter hätten einen Riecher für Personen, die am Zoll versuchen, etwas zu verbergen. «Sie haben regelrecht einen sechsten Sinn dafür», so Bendel.

Bei dem Sweatshirt-Schmuggler handle es sich keineswegs um einen Einzelfall. «Uhren am Handgelenk, Goldringe am Finger und Geld in der Unterwäsche sind sehr typische Schmuggelfälle», weiss Bendel.

Die Lebens- und Berufserfahrung spiele eine grosse Rolle, um Schmugglern auf die Schliche zu kommen, bestätigt Patrick Gantenbein, Mediensprecher der Grenzwache Basel. Nicht nur das Verhaltensmuster sei massgebend, um Schmuggelfälle aufzudecken. «Es ist ein ganzer Mix, der auf die Spur von Schmugglern führt», so Gantenbein.

Schmuggler seien oft äusserst kreative Menschen. «Wir Schweizer Grenzwächter müssen einfach noch kreativer sein, um ihnen auf die Schliche zu kommen. Das macht unseren Job so spannend», so Gantenbein.

Bussgeldverfahren

Im Falle des 62-Jährigen wurde ein Bussgeldverfahren wegen versuchten Geldschmuggels eingeleitet. Anschliessend durfte er seine Reise fortsetzen.

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