Energiekrise : «Wir müssen massiv in die eigene Stromproduktion investieren»

Aktualisiert

Energiekrise «Wir müssen massiv in die eigene Stromproduktion investieren»

Der Schweiz droht im Winter eine Energiekrise – und Schweizer*innen sollen laut einem Soziologen Verzicht lernen. Nicht alle 20-Minuten-Leser*innen sind davon überzeugt. 

von
Gabriela Graber
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Schlittert die Schweiz im Winter in eine Energiekrise? Das Risiko dafür ist gross. 

Schlittert die Schweiz im Winter in eine Energiekrise? Das Risiko dafür ist gross. 

20min/Matthias Spicher
Nebst der Elektrizität könnte auch das Gas knapp werden. 

Nebst der Elektrizität könnte auch das Gas knapp werden. 

20min/Michael Scherrer
Energie-Ministerin Simonetta Sommaruga sagte schon vor Wochen, dass der Bundesrat für den Winter mit einer Gasknappheit rechne.

Energie-Ministerin Simonetta Sommaruga sagte schon vor Wochen, dass der Bundesrat für den Winter mit einer Gasknappheit rechne.

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Darum gehts 

  • Der Schweiz droht eine Energiekrise – doch viele Schweizer*innen glauben nicht so recht daran.

  • Der Soziologe Ueli Mäder plädiert dafür, dass wir lernen, unseren Konsum zu reduzieren.

  • Das denkt die 20-Minuten-Community darüber.

Der Bund rechnet im nächsten Winter mit einem Gasmangel – und auch der Strom könnte knapp werden. Doch viele Schweizer*innen glauben nicht daran, dass sie im Winter tatsächlich kürzertreten müssen. «Wir sind von Krisen verschont geblieben und haben deshalb das Gefühl, das geht immer so weiter», sagt Soziologe Ueli Mäder. Doch das stimme nicht: Wir müssten uns darauf einstellen, zu verzichten und weniger Ressourcen zu verbrauchen.

Wie steht die 20-Minuten-Community dazu? Hier einige Stimmen aus der Kommentarspalte.

 «Ich mache mir Sorgen um Menschen im Altersheim oder Spital»

«Für mich ist Energiesparen kein Problem, das habe ich immer schon gemacht», sagt Leser Andreas55. «Ich hatte im Winter noch nie mehr als 20 Grad in der Wohnung. Duschen ist in zwei Minuten erledigt – und das Licht brennt nur dort, wo es gebraucht wird.»

Während viele Leser*innen Andreas55s Meinung teilen, glauben etliche nicht daran, dass eine Notlage eintritt: «Ich muss gar nichts! Wir haben genügend Energie. Schliesslich werden 40 Prozent des Stroms von unseren AKW an Deutschland und Italien verkauft», so Statistik_009.

«Ich habe kein Problem damit, wenn für ein paar Stunden der Strom ausfällt», sagt Glitzerstern. «Aber ich mache mir Sorgen um andere Menschen, insbesondere jene im Altersheim oder im Spital.»

Wärst du dazu bereit, zeitweise auf Strom, warmes Duschen und Heizen zu verzichten?

 «Wenn der Mensch keine Gefahr sieht, unternimmt er nichts»

Einige Leser*innen glauben nicht daran, dass wir es schaffen, unseren Konsum zu reduzieren: «Verzicht funktioniert schlecht», sagt Wissen-Ist-Macht. «Der Mensch ist evolutionstechnisch auf ‹mehr› programmiert. Besonders schwierig ist der Verlust von Bestehendem – vor allem, wenn es nicht alle gleich trifft. Das führt zu gesellschaftlichen Unruhen.»

Auch User AndreasvonBern zeigt sich diesbezüglich nicht zuversichtlich: «Der Mensch nimmt nur seine Umgebung wahr. Wenn er darin keine Gefahr sieht, unternimmt er nichts.»

Beleuchtung, Militär und ungenutzte Wohnräume

Leser*innen haben verschiedene Ideen, um der Energiekrise entgegenzuwirken:

«Einfach sämtliche Schaufensterbeleuchtungen und Leuchtreklamen verbieten und wir kommen im privaten Bereich gut durch den Winter», findet TanjaEgger. Andere Leser*innen würden die Beleuchtungen zumindest zeitlich reduzieren: «Wie viel Energie könnte man einsparen, wenn man auf Leuchtreklame, Schaufensterbeleuchtung und Strassenbeleuchtung nach 24 Uhr verzichtet?», fragt User Ilme.

Acheronik würde bei grossen Playern ansetzen: «Erstklasszüge der SBB füllen und weniger Züge fahren lassen. Oder wie wäre es, wenn man den Stromverbrauch des Militärs offenlegt und kürzt?»

«Es sollte einen Massnahmeplan geben, der aufzeigt, wie man im Privaten Energie sparen kann», findet dagegen Sukram01. «Ich bin davon überzeugt, dass wir vielerorts Strom sparen könnten, ohne dass es uns wehtut. Dazu müsste jede Art von Wohnsituation von Fachpersonen betrachtet werden.»

«Die Situation und die Abhängigkeit werden sich nicht ändern»

«Wie kritisch die Situation ist, weiss wohl nur der Bund», so User Athem. «Was ich aber vermisse, ist eine transparente Kommunikation, Merkblätter, konkrete Sparmassnahmen und/oder Pläne.»

Rotirösli meint: «Das Parlament muss über die Bücher. Die Stromversorgung muss gewährleistet sein. Baut mehr AKW, baut Windanlagen, subventioniert mehr Sonnenkollektoren.» Das sieht User zattoo ähnlich: «Wir müssen zwingend massiv in die eigene, unabhängige Stromproduktion investieren. Das hilft natürlich nicht für diesen Winter. Aber die Situation und die Abhängigkeit werden sich nicht ändern.»

Die obenstehenden Aussagen sind Meinungen von Leser*innen und entsprechen nicht zwingend der Richtigkeit oder dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

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