Aktualisiert 12.05.2012 19:07

Severin Blindenbacher«Wir müssen über die Bücher gehen»

Für Nati-Verteidiger Severin Blindenbacher ist nach der 2:4-Blamage gegen Frankreich klar: Unterschätzt hat man den Gegner auf keinen Fall.

von
Marcel Allemann
Helsinki

Die 2:4-Blamage gegen Frankreich war für die Schweizer Nati-Spieler ein Schock. Verteidiger Severin Blindenbacher war unmittelbar danach etwas ratlos, fand aber dennoch klare Worte.

20 Minuten Online: Wie konnte es zu dieser Pleite kommen?

Severin Blindenbacher: Die Franzosen haben Powerplay-Tore geschossen und wir nicht. Aber es ist schwierig, diese Niederlage zu erklären. Wir waren sicher zu wenig kompakt und zu wenig gut organisiert. Zudem haben wir es überhaupt nicht geschafft, den Gegner unter Druck zu setzen.

Es gab eine gute Phase, als Ihr die zwei raschen Tore erzielen und zum 2:2 ausgleichen konntet. Da dachte man, jetzt komme es gut…

Vielleicht ist es die Konstanz über das ganze Spiel, welche uns gefehlt hat und der Grund ist für diese Niederlage.

Hat Euch diese zweitägige Pause aus dem Rhythmus gebracht?

Nein, das kann es nicht sein. Diese Pause hatten wir dringend nötig, die war wichtig. Und wir wussten auch um die Wichtigkeit dieses Frankreich-Spiels. Aber wir waren nicht in der Lage, nach den zwei Niederlagen gegen Finnland und Kanada jene Reaktion zu zeigen, die wir eigentlich zeigen wollten.

War es wegen diversen Umstellungen in Blöcken für dieses Spiel schwierig, sich wieder zu finden?

Nein, wir sollten jetzt nicht nach Ausreden suchen. Das macht überhaupt keinen Sinn. Vielleicht haben wir uns auch ein wenig selber geschlagen, weil wir zuviel wollten. Vielleicht ist das der Grund. In einem solchen Turnier muss man einfach kompakter auftreten – und zwar in allen Zonen.

Daran, dass Ihr den Gegner unterschätzt habt, lag es kaum. Alle im Team haben in den letzten Tagen immer wieder auf die schwierigen Spiele in der Vergangenheit gegen Frankreich hingewiesen.

Wir sind auch nicht so gut, dass wir irgendeinen Gegner unterschätzen könnten. Das wäre ziemlich arrogant. Wir Schweizer müssen jeden Gegner ernst nehmen.

Mit zwei Siegen gegen die Slowakei und die USA ist die Viertelfinal-Qualifikation immer noch möglich. Glauben Sie noch daran oder ist diese WM der Nati entglitten?

Auf jeden Fall glaube ich noch daran, wir werden nochmals zurückkehren, wir werden eine Reaktion zeigen - da bin ich mir sicher. Wir müssen nun aber zuerst einmal kurz über die Bücher gehen und dann gilt es, den Match gegen die Slowakei in Angriff zu nehmen.

Wie steht man nach einer solch bitteren Niederlage wieder auf?

Jetzt laufen wir mal zuerst aus. Und dann sollte jeder mal in sich selbst hinein hören und sich überlegen, was er gut gemacht hat, was er schlecht gemacht hat und was er besser machen kann. Und danach müssen wir diesen Frankreich-Match abhaken, denn gewinnen können wir ihn nicht mehr. Wir müssen uns auf das Slowakei-Spiel konzentrieren, morgen ist ein anderer Tag.

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