Ferien-Flops - «Wir mussten in einer Kammer ohne Fenster schlafen»

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Ferien-Flops«Wir mussten in einer Kammer ohne Fenster schlafen»

Die Buchungsplattform Booking.com bietet Pauschalreisen über unseriöse Partner an. Das hat zu vielen Beschwerden geführt. Auch die 20-Minuten-Community hat schon schlechte Erfahrungen gemacht.

von
Barbara Scherer
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Immer wieder kommen auch Reservationen bei den über Booking gebuchten Hotels nicht an.

Immer wieder kommen auch Reservationen bei den über Booking gebuchten Hotels nicht an.

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News Scout F. musste darum mit seiner Freundin in Panama City in einer fensterlosen Kammer schlafen.

News Scout F. musste darum mit seiner Freundin in Panama City in einer fensterlosen Kammer schlafen.

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«Wir hatten eigentlich ein Zimmer für zwei in einem Hostel gebucht über Booking, aber die Buchung kam nicht an», sagt F.

«Wir hatten eigentlich ein Zimmer für zwei in einem Hostel gebucht über Booking, aber die Buchung kam nicht an», sagt F.

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Darum gehts

  • Das Pauschalreiseangebot bei Booking.com läuft häufig über unseriöse Partner.

  • Darum ist es zu sehr vielen Beschwerden gekommen.

  • Die 20-Minuten-Community erzählt von fehlgeschlagenen Ferien, die über Booking gebucht wurden.

Viele buchen ihre Ferien online. Dabei setzten Plattformen wie Booking.com vermehrt auf Pauschalreisen. So können Flug, Hotel und Mietauto auf einmal gebucht werden. Weil die Buchungsplattform mit unseriösen Partnern zusammenarbeitet, kommt es aber immer wieder zu Beschwerden.

Auch bei der 20-Minuten-Community haben Buchungen über Booking für Ferienfrust gesorgt. So wollte etwa News-Scout William ein Hotel und einen Direktflug nach Sansibar buchen. «Aber Booking hat mir immer nur einen Flug über Amsterdam oder Paris angeboten, obwohl es einen Swiss-Flug direkt ab Zürich gibt.» 

Reservation kommt beim Hotel nicht an

Immer wieder kommen auch Reservationen bei den über Booking gebuchten Hotels nicht an. News-Scout F. musste darum mit seiner Freundin in Panama City in einer fensterlosen Kammer schlafen: «Wir hatten eigentlich ein Zimmer für zwei in einem Hostel gebucht über Booking, aber die Buchung kam nicht an.»

Weil das Paar nicht im Massenschlag schlafen wollte, stellte das Personal ihnen einen rund acht Quadratmeter grossen Raum hinter der Hostel-Küche zur Verfügung. «Es war winzig, dreckig und dunkel – zum Glück sind wir nach zwei Tagen weitergereist», sagt F.

Kein Geld zurückbekommen

Immer wieder Probleme mit Buchungen hat News-Scout Sandra. Ihre Unterkunfts-Reservationen waren schon öfters nicht auffindbar bei ihrer Ankunft. Einmal war das gebuchte Hotel sogar geschlossen. «Das Schlimmste war, als ich reklamiert habe und mir ein Sachbearbeiter geantwortet hat, dass mich Booking verarscht habe.»

Auf eine erneute Reklamation erhielt sie ihr Geld schliesslich doch zurück. Aber: «Ich brauchte Tage, um den Schock zu verdauen.» Sein Geld noch nicht zurückbekommen hat News-Scout Dominik. Er hat vor zwei Wochen ein Apartment im Wallis gebucht. Auch hier gelangte die Buchung von Booking nicht bis zum Vermieter.

«Zuerst konnten wir den Vermieter nicht erreichen und dann hiess es, das Apartment wurde mehrfach gebucht», so Dominik. Booking hat ihm darauf eine alternative Unterkunft vorgeschlagen. Doch diese lag zu weit weg vom Skigebiet.

«Darauf wurden mir via Mail zwei Alternativen vorgeschlagen, wovon ich eine dann selber buchen musste.» Ob er die 2800 Franken für das nicht bezogene Apartment von Booking zurückerhält, weiss Dominik noch nicht. Er habe bisher keine Bestätigung von Booking erhalten.

«Erfüllen Verpflichtungen» 

Wie Booking.com auf Anfrage mitteilt, könne das Unternehmen durch die Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern die grösstmögliche Auswahl anbieten. Gleichzeitig könne man sicherstellen, dass die Verpflichtungen in Bezug auf Reiseschutz und Lizenzen erfüllt werden.

Der Kampf gegen Buchungsplattformen

Seit Jahren kämpft Hotelleriesuisse gegen die Marktmacht von Buchungsplattformen, im Speziellen von Booking.com, dem grössten Player am Markt. Hotels dürfen auf der eigenen Website keine günstigeren Preise anbieten. Mit einem parlamentarischen Vorstoss hat der Solothurner Mitte-Ständerat Pirmin Bischof erreicht, dass Buchungsportale den Hotels keine Preisvorgaben mehr machen können. Anfang März hat der Nationalrat der Vorlage zugestimmt. Als Nächstes wird sich der Ständerat mit der Vorlage befassen.

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