Aktualisiert

Security«Wir mussten schon Polizisten schützen»

Die Security-Firmen sehen sich mit wachsender Aggressivität im Nachtleben konfrontiert. Die Mitarbeiter werden deshalb auch psychologisch geschult.

von
Simone Hubacher

«Die Leute werden immer aggressiver, auch verbal», so Jorge Schenkel, Chef-Türsteher im Liquid. «Oft kommen sie mit demselben Argument: Der Security handle rassistisch.» Nicht selten werde man zu Unrecht angezeigt, wenn man jemanden am Handgelenk packen und aus dem Club führen müsse. Dass die Hemmschwelle generell tiefer ist als früher, beobachtet auch Heinz Flükiger von Broncos Security. «Wir mussten auch schon die Polizisten beschützen, damit diese ihre Arbeit ausführen konnten.» Auch Andreas Gayret, Geschäftsführer der GSD Gayret Security, bestätigt, dass die Gewaltbereitschaft zugenommen hat. Er schule seine Mitarbeiter deshalb stärker psychologisch; Rollenspiele seien wichtig, aber auch «Learning by Doing»: «Einen neuen Mitarbeiter schicke ich bis zu einem Jahr lang nur gemeinsam mit einem Erfahrenen auf Patrouille», so Gayret. Auch die Securitas passe ihre Ausbildung kontinuierlich an, so Urs Stadler, Leiter Kommunikation.

Trotz zunehmender Aggressivität sind sich Gayret und Schenkel einig: Eine Schusswaffe gehört nicht in den Security-Dienst, wie dies ein privater Sicherheitsfirma-Mitarbeiter aus Spiez bis vor Gericht forderte, «sonst wären wir hier im Wilden Westen». Flükiger ergänzt: «Deeskalation bleibt das Wichtigste in unserer Tätigkeit.»

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