22.11.2020 09:26

Anwalt von Bundesrat Alain Berset«Auf dem Bild ist einzig das Gesicht von Herrn Berset zu sehen»

Alain Bersets Anwalt hat sich erneut zum Erpressungsversuch geäussert. Er sagt, dass es keine verfänglichen Fotos gebe. Das fragliche Foto könnte auf dem Instagram-Profil des Bundesrates stehen, so der Verteidiger.

von
Bianca Lüthy
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Berset und Sommaruga wurden am 11. Dezember 2019 wiedergewählt: An diesem Tag erfuhr Alain Berset von der Erpressung.

Berset und Sommaruga wurden am 11. Dezember 2019 wiedergewählt: An diesem Tag erfuhr Alain Berset von der Erpressung.

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«Sämtliche rechtlichen Prozedere verliefen nach Routine und den massgebenden Vorschriften», sagt Patrik Eisenhut, der Anwalt von Bundesrat Alain Berset. 

«Sämtliche rechtlichen Prozedere verliefen nach Routine und den massgebenden Vorschriften», sagt Patrik Eisenhut, der Anwalt von Bundesrat Alain Berset.

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Bundesrat Alain Berset wurde 2019 erpresst und reichte eine Anzeige bei der Bundesanwaltschaft ein. 

Bundesrat Alain Berset wurde 2019 erpresst und reichte eine Anzeige bei der Bundesanwaltschaft ein.

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Darum gehts

  • Eine Erpresserin forderte von Bundesrat Alain Berset 100’000 Franken.

  • Statt zu zahlen, wurde Strafanzeige eingereicht.

  • «Dass es einen Erpressungsversuch gab, ist Tatsache», sagt Bersets Anwalt.

Am Tag der Bundesratswahl wurde Bundesrat Alain Berset von einer Frau erpresst. Sie drohte damit, persönliche Korrespondenz mit Berset und Bilder zu veröffentlichen, und forderte 100’000 Franken. Das Geld wurde nicht gezahlt, stattdessen erstattete der Innenminister, der verheiratet und Vater von drei Kindern ist, Anzeige. Zwei Tage später, am 13. Dezember, wurde die Frau verhaftet. Sie hat im Rahmen des Strafverfahrens die «ehrverletzenden Aussagen» zurückgezogen.

Jetzt hat sich Alain Bersets Anwalt, Patrik Eisenhut, im «Blick» zu den Spekulationen um eine Affäre geäussert: «Das sind Spekulationen, die wir abprallen lassen. Herr Berset gibt keine Auskunft zu seinem Privatleben.» Es handle sich aber um ein einziges Foto, auf welchem einzig das Gesicht von Herrn Berset zu sehen sei. «Es gibt keine verfänglichen Bilder und damit auch keine Geri-Müller-Geschichte. Das Bild ist völlig harmlos. Es könnte auf Bersets Instagram-Account stehen.» Beim Rest handle es sich um private Korrespondenz, die nicht an die Öffentlichkeit gehöre. Laut dem Anwalt wollte die Täterschaft mit dem Foto belegen, dass sie Berset kenne.

Eisenhut nahm auch gegenüber 20 Minuten Stellung zum Fall:

Warum kommt die Geschichte jetzt an die Öffentlichkeit? Der Vorfall ereignete sich ja bereits 2019.

«Strafbefehle der Bundesanwaltschaft werden, wenn sie rechtskräftig sind, für 30 Tage öffentlich aufgelegt. Die Auflagefrist endete vor rund 10 Tagen, darum hat wohl Christoph Mörgeli den Bericht zum jetzigen Zeitpunkt veröffentlicht.»

Wie ordnen Sie den Fall ein?

«Die Sache ist deutlich weniger dramatisch. Dass es einen Erpressungsversuch gab, ist Tatsache. Am Anfang mussten wir zuerst eruieren, ob der Erpressungsversuch ernst gemeint ist oder nicht. Als sich dieser bewahrheitete, haben wir Anzeige bei der Bundesanwaltschaft erstattet.»

Warum wurden die Daten vernichtet?

«Sämtliche rechtlichen Prozedere verliefen nach Routine und den massgebenden Vorschriften. Ein Teil der bei der Täterschaft beschlagnahmten und ausgewerteten Geräte wurde nach Abschluss des Verfahrens und vor der Rückgabe der Geräte an die Täterschaft mit deren Zustimmung auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt. Die für das Strafverfahren relevanten Beweismittel und Daten liegen der Bundesanwaltschaft aber weiterhin vor.»

Kommt es oft vor, dass jemand versucht den Bundesrat zu erpressen?

«Strafbare Handlungen gegen Politiker auf dieser Stufe kommen leider häufiger vor. In letzter Zeit ist es im Zusammenhang mit der Corona-Krise sogar auch zu Morddrohungen gekommen.»

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