Tötungsdelikt - Messermann (34) von Altstetten soll in U-Haft
Aktualisiert

TötungsdeliktMessermann (34) von Altstetten soll in U-Haft

Ein Mann wurde in Zürich-Altstetten mit einer Stichwaffe tödlich verletzt. Zwei Arbeiter halfen bei der Festnahme des mutmasslichen Täters.

von
Monira Djurdjevic
Thomas Mathis
20min/Monira Djurdjevic

Darum gehts

  • Ein Mann wurde am Montag in Zürich-Altstetten mit einer Stichwaffe tödlich verletzt.

  • Der mutmassliche Täter konnte festgenommen werden.

  • Hilfe hatte die Polizei dabei von zwei Arbeitern.

Ein Mann ist am Montag in Zürich-Altstetten erstochen worden. Er erlag seinen Verletzungen vor Ort, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilt. Der mutmassliche Täter wurde festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstagabend auf Anfrage mitteilt, wurde für den 34-jährigen Schweizer wegen des dringenden Tatverdachts Untersuchungshaft beantragt.

Bei der Festnahme mitgeholfen haben zwei Arbeiter, die in der Nähe des Tatorts auf einer Baustelle arbeiteten. «Im Moment hatte ich keine Angst, das mulmige Gefühl kommt erst jetzt», sagt Maler Mario S.* (50). «Eine Frau kam die Strasse entlang und wirkte nervös», erzählt S. Sie habe ihn gebeten, die Polizei zu rufen. «Sie sagte, ein Mann sei niedergestochen worden und brauche Hilfe.» Er habe sofort die Polizei alarmiert. In der Zwischenzeit habe er seine Mitarbeiter gerufen. «Wir sanieren ein Haus in der Nähe. Wir nahmen je eine Eisenstange von der Baustelle und folgten dem mutmasslichen Täter.»

Arbeiter hielten ihn fest

Dieser sei mit dem Messer aus einem Wohnhaus gekommen und auf die andere Strassenseite gelaufen. «Als die Polizei ihm entgegenkam, blieb er zunächst stehen.» Als die Polizisten ihn festnehmen wollten, habe er sich gewehrt. Mevlud (32) und sein Chef Mario halfen den Beamten, ihn zu packen und festzuhalten. «Als er auf dem Boden lag, wollte er das Messer hervorholen. Die Polizisten nahmen es ihm weg und führten ihn ab.» Als Helden sehen sich die beiden nicht. «Für uns war es logisch, dass wir helfen. Wir würden es wieder tun.»

Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um A. B.*, der beim Tatort wohnt, wie mehrere Anwohnende bestätigen. Der 34-jährige Schweizer sei früher ruhig und nett gewesen. «Seit seine Frau ihn verlassen hat, benahm er sich aber immer seltsamer», sagt eine Nachbarin. So sei er teilweise draussen vor dem Haus auf der Treppe gesessen und habe irgendetwas vor sich hin gesprochen. «Er wirkte psychisch angeschlagen.»

Opfer ist 38 Jahre alt

Sie selbst konnte die Festnahme von ihrer Wohnung aus beobachten, wie sie sagt. «B. war blutverschmiert und schrie irgendetwas.» Laut einem anderen Anwohner hat B. ihm kürzlich erzählt, dass er keinen Job habe und Geld brauche. Die Hintergründe und der Tatablauf sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Wie die Stadtpolizei am Dienstag ergänzt, handelt es sich beim Opfer um einen 38-jährigen Mann aus Polen. Laut Anwohnenden lebte das Opfer nicht im Haus.

Die Zivilcourage der beiden Arbeiter erhält Lob von der Stadtpolizei: «Die beiden Helfer haben alles richtig gemacht», sagt Medienchefin Judith Hödl. Wichtig sei es in solchen Fällen, dass man sich als Helfer nicht in Gefahr bringe – gerade auch wenn Waffen dabei sind. Die Stadtpolizei hat dazu auch eine aktuelle Kampagne. Der Slogan lautet HEH! Hinschauen, Einschätzen, Handeln. «Zivilcourage beginnt, wenn Menschen nicht wegschauen», so Hödl.

*Name der Redaktion bekannt

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Hier wird der mutmassliche Täter festgenommen – mit Hilfe von den beiden Arbeitern Mario und Mevlud.

Hier wird der mutmassliche Täter festgenommen – mit Hilfe von den beiden Arbeitern Mario und Mevlud.

20min/News-Scout
Bei diesem Mann handelt es sich laut Anwohnenden um den mutmasslichen Täter.

Bei diesem Mann handelt es sich laut Anwohnenden um den mutmasslichen Täter.

20min/News-Scout
Das Opfer verstarb trotz Reanimationsmassnahmen noch vor Ort.

Das Opfer verstarb trotz Reanimationsmassnahmen noch vor Ort.

20min/News-Scout

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