Augenzeugen auf Autobahn-Brücke: «Wir packten unser Baby und rannten los»
Aktualisiert

Augenzeugen auf Autobahn-Brücke«Wir packten unser Baby und rannten los»

Nach dem Einsturz einer Autobahn-Brücke in Genua melden sich erste Augenzeugen. Sie berichten von Panik und Chaos.

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bla

Auf der A10 in der italienischen Grossstadt Genua kam es zu einem Zwischenfall. (Video: Tamedia/Facebook/Davide Di Giorgio)

Rund 200 Meter der Morandi-Brücke in Genua sind am Dienstag kurz vor Mittag eingestürzt. Da sich die Brücke auf Stadtgebiet befindet, beobachteten diverse Augenzeugen das Drama.

Laut der «Repubblica» haben mehrere Personen vor dem Einsturz einen Blitz gesehen. «Um 10.35 Uhr schlug ein Blitz in den Pfeiler ein. Sofort darauf begann der Beton zu bröckeln und stürzte alles ein», zitiert die Zeitung einen Zeugen.

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Die Häuser unter der Brücke sind extrem gefährdet.

Die Häuser unter der Brücke sind extrem gefährdet.

Keystone/Luca Zennaro
Tausende Einwohner von Genua nahmen an der Trauerfeier in der Messehalle teil.

Tausende Einwohner von Genua nahmen an der Trauerfeier in der Messehalle teil.

AP/Gregorio Borgia
18 Särge standen aufgebahrt.

18 Särge standen aufgebahrt.

AP/Gregorio Borgia

Ein anderer sah Fahrzeuge zu Boden stürzen. «Die Struktur gab nach und ein Lastwagen fiel in die Tiefe.» Die Zeitung «Corriere della Sera» hat mit einem Lastwagenfahrer gesprochen, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Brücke befand. «Es war schrecklich», sagt er. «Ich hörte Schreie, Leute sind barfuss auf mich zugerannt.» Auf weiteren Videos ist zu hören, wie Augenzeugen um Fassung ringen.

«Niemand hat damit gerechnet»

Ein Familienvater, der mit Frau und Kind im Auto auf der Brücke war, berichtet: «Wir hörten ein Donnern und dann brach die Brücke zusammen.» Sie seien rückwärts gefahren mit ihrem Auto, hätten den Wagen stehen lassen «und dann haben unser Baby benommen und sind gerannt».

Immer wieder habe man über die Brücke aus den 60er-Jahren gesprochen, schreibt ein Italiener auf Twitter: «Aber niemand hat damit gerechnet, dass so etwas passieren kann.»

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