Bieler Hassprediger: «Wir prüfen, ob der Imam die Sozialhilfe betrog»
Aktualisiert

Bieler Hassprediger«Wir prüfen, ob der Imam die Sozialhilfe betrog»

Abu Ramadan bezog jahrelang Sozialhilfe und arbeitete als Imam und religiöser Begleiter. Nun will die Gemeinde Nidau seine Unterlagen prüfen, wie Sozialvorsteher Roland Lutz sagt.

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ann
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Hat mehrmals gegen Ungläubige und Andersdenkende gehetzt: Abu Ramadan.

Hat mehrmals gegen Ungläubige und Andersdenkende gehetzt: Abu Ramadan.

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Asylstatus verloren: Abu Ramadan bei einer Ansprache in einem Hotel in Budapest. Bild: Facebook

Asylstatus verloren: Abu Ramadan bei einer Ansprache in einem Hotel in Budapest. Bild: Facebook

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«Oh, Allah, ich bitte dich, die Feinde unserer Religion zu vernichten, vernichte die Juden, die Christen und die Hindus und die Russen und die Schiiten». Um dieses Zitat seiner Predigt ist ein Übersetzungsstreit entbrannt: Eine undatierte Aufnahme von Abu Ramadan. Bild: Facebook

«Oh, Allah, ich bitte dich, die Feinde unserer Religion zu vernichten, vernichte die Juden, die Christen und die Hindus und die Russen und die Schiiten». Um dieses Zitat seiner Predigt ist ein Übersetzungsstreit entbrannt: Eine undatierte Aufnahme von Abu Ramadan. Bild: Facebook

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Herr Lutz, ein ehemaliger Sozialhilfebezüger aus Ihrer Gemeinde hat Hasspredigten gehalten. Was sagen Sie dazu?

Aus moralischer Sicht ist das total daneben, wir geben ihm Geld und er tritt uns mit Füssen.

Was hätten Sie getan, hätten Sie das früher gewusst?

Ich hätte ihn auf jeden Fall der Polizei gemeldet. Gleichzeitig hätte ich geschaut, ob es eine Möglichkeit gibt, ihm die Gelder zu kürzen. Das kann doch nicht sein, dass wir so jemanden auch noch finanzieren.

Stadtpräsident nimmt Stellung

Der Bieler Stadtpräsident nimmt Stellung zum Hassprediger. (Video: Tamedia/SRF)

«Man kann diese Aussagen nur aufs Schärfste verurteilen.»: Bieler Stadtpräsident nimmt in der SRF-Sendung «Rundschau» Stellung zum Hassprediger. (Video: Tamedia/SRF)

Hatten Sie irgendeinen Verdacht?

Nein, der Mann war unauffällig und niemand hat irgendetwas an uns herangetragen.

Gibt es Hinweise, dass er auch betrogen hat und trotz Sozialhilfe Geld verdiente?

Wir wissen im Moment von nichts. Der Mann ist ja jetzt frühpensioniert und bekommt kein Geld mehr von uns. Wir werden aber alle Unterlagen nochmals ganz genau prüfen und schauen, ob es Hinweise auf Betrug gibt. Wenn er für seine Tätigkeit als religiöser Begleiter oder Prediger bezahlt wurde, wird das aber schwierig zu beweisen sein. Hat er Geld bekommen, decken ihn die Geldgeber.

Ziehen Sie Lehren aus dem Fall?

Wir werden ganz sicher schauen, ob wir künftig etwas besser machen können. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass vor über zehn Jahren alles viel weniger streng geprüft wurde. Heute würde er mit seinen mangelnden Sprachkenntnissen vermutlich nicht einmal mehr die C-Niederlassung erhalten.

Roland Lutz (SVP) ist Gemeinderat in Nidau und zuständig für den Bereich Soziales.

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