Unwetter-Chaos: «Wir rechnen mit Millionen-Schäden»
Aktualisiert

Unwetter-Chaos«Wir rechnen mit Millionen-Schäden»

Die Feuerwehrleute in den Kantonen haben eine strenge Nacht hinter sich. Mehrere hundert Mal mussten die Einsatzkräfte ausrücken. Die Schadenshöhe ist noch nicht bezifferbar.

von
woz

Das Chaos, welches das Unwetter in den Kantonen angerichtet hat, ist noch nicht überschaubar. Klar ist nur: Der Schaden ist enorm.

«Wir rechnen mit Millionen», sagt Gian Andrea Rezzoli von der Kantonspolizei St. Gallen. Keller, Tiefgaragen und Industrieanlagen wurden geflutet. Besonders stark betroffen sind Altstätten und Berneck.

Die Ruppenstrasse in Altstätten SG ist gesperrt. Wasser läuft über die Strasse und es kam zu einem Hangrutsch. Der Zustand der Strasse müsse erneut geprüft werden, so Rezzoli. Im Kanton St. Gallen musste die Feuerwehr insgesamt 130 Mal ausrücken.

Wassermassen in Altstätten SG:

Wassermassen in Altstätten SG:

70 Einsätze innert zwei Stunden

Auch in Gais und im Appenzeller Vorderland kam es durch die starken Niederschläge zu unzähligen überfluten Kellern und Garagen.

Bei der Kantonalen Notrufzentrale in Herisau gingen in der Zeit zwischen 18 und 20 Uhr rund 70 Notrufe aus den Gemeinden Gais, Wald, Heiden und Reute ein. Einzelne Hänge gerieten ins Rutschen und in Wald schlug der Blitz in einen Stromverteilerkasten ein. Das Ausmass der Schäden kann noch nicht beziffert werden, teilt die Kapo AR mit.

Die Strasse von Gais nach Altstätten ist infolge Aufräumarbeiten in Altstätten gesperrt.

Grosses Aufräumen in Luzern

Die Gebäudeversicherung Luzern (GVL) rechnet mit mehreren hundert Schadensmeldungen, Gebäudeschäden und einer Schadenssumme von über einer Million Franken.

GVL-Direktor Dölf Käppeli sagte, die Telefone klingelten ununterbrochen. Es seien am Dienstagmorgen schon über hundert Schadensmeldungen eingegangen.

Von den gewittrigen Starkniederschlägen betroffen waren vor allem die Napfregion und das Gebiet Sempachersee. Die grösste Schadensansammlung gab es gemäss Käppeli in Schüpfheim sowie in Nottwil.

In der Nacht auf Dienstag waren im Kanton Luzern 22 Feuerwehren mit 700 Personen im Einsatz gestanden.

Seit 9 Uhr wieder befahrbar ist die Bahnstrecke Luzern-Olten. Diese war zwischen Sempach-Neuenkirch und Nottwil unterbrochen gewesen, weil am Montagabend die Gleise überspült worden waren.

Ruhige Nacht im Aargau

Im Kanton Zürich seien die Schäden im Vergleich zu anderen Kantonen eher gering, sagt Roland Portmann, Sprecher von Schutz und Rettung: «Die Feuerwehren hatten seit Montagabend rund 80 Einsätze. So waren etwa Keller und Strassen überflutet oder sie mussten abgerissene Äste wegräumen.»

Eine angespannte, aber ruhige Regennacht erlebte der Kanton Aargau. Einzig die Wigger schwoll bei Zofingen kurzzeitig von 5 auf 120 Kubikmeter an, worauf die Feuerwehr zu einer Lagebeurteilung ausrückte. Schäden gab es keine. «Sämtliche Abflüsse haben die prognostizieren Werte nicht erreicht, die Berner haben gut reguliert», hiess es beim Kantonalen Führungsstab auf Anfrage. Auf Hochwassersperren beim Rhein in Wallbach werde verzichtet. (woz/sda)

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