FCL-Sportchef Remo Meyer – «Wir sahen keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit Celestini»
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FCL-Sportchef Remo Meyer«Wir sahen keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit Celestini»

Die Entlassung von Fabio Celestini beim FC Luzern sorgt für Gesprächsstoff. FCL-Sportchef Remo Meyer äussert sich im Interview gegenüber 20 Minuten zur Trennung mit dem Westschweizer Trainer.

von
Florian Gnägi
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FCL-Sportchef Remo Meyer wollte lange mit Fabio Celestini weitermachen, bis ein brisantes Interview das Fass zum Überlaufen brachte.

FCL-Sportchef Remo Meyer wollte lange mit Fabio Celestini weitermachen, bis ein brisantes Interview das Fass zum Überlaufen brachte.

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Fabio Celestini kritisierte in dem Interview mit der Luzerner Zeitung die FCL-Verantwortlichen harsch.

Fabio Celestini kritisierte in dem Interview mit der Luzerner Zeitung die FCL-Verantwortlichen harsch.

Martin Meienberger/freshfocus
FCL-Präsident Stefan Wolf bezeichnete Celestinis Aussagen in einer Medienmitteilung zuvor als  «Treuebruch».

FCL-Präsident Stefan Wolf bezeichnete Celestinis Aussagen in einer Medienmitteilung zuvor als «Treuebruch».

Martin Meienberger/freshfocus

Darum gehts

  • Der FC Luzern trennte sich am Montag von Fabio Celestini.

  • Der FCL-Sportchef erklärt nun gegenüber 20 Minuten, was zur Trennung führte.

  • Neben der sportlichen Talfahrt soll vor allem ein verhängnisvolles Interview von Celestini für die Entlassung verantwortlich sein.

Remo Meyer, Sie erkankten zuletzt an Corona, nun diese Entscheidung zur Trainerentlassung, wie geht es Ihnen?

Mir geht es soweit gut. Ab Mittwoch bin ich wieder physisch vor Ort beim Arbeiten.

Was war der ausschlaggebende Punkt für die Entlassung von Fabio Celestini?

Es war eine Kombination aus zwei Sachen. Die Situation in der Tabelle ist prekär und die Leistungen in den ersten 14 Spielen waren absolut unzufriedenstellend. Dazu kommt das Interview in der Luzerner Zeitung, nachdem wir endgültig keine Basis mehr sahen für eine weitere Zusammenarbeit.

Zuletzt wirkten die Auftritte der Mannschaft oft uninspiriert. Spielte sie noch zu 100% für Fabio Celestini?

Man hat grundsätzlich gespürt, dass das Feuer und der letzte Biss einfach gefehlt hatten. Ich will der Mannschaft nicht das Engagement absprechen, es fehlten einfach die letzten paar Prozente, um das Glück auf unsere Seite zu ziehen.

Wie hat Celestini auf die Entlassung reagiert?

Grundsätzlich ist immer eine grosse Enttäuschung da, wenn es zu Trennungen kommt. Wir haben zwei Jahre gut zusammengearbeitet mit Höhen und Tiefen, aber klar, die Trennung ist für ihn nicht schön.

Es hiess beim FCL immer, man vertraue dem langfristigen Projekt mit Celestini. Was hat sich daran geändert?

Wir sind mit gewissen Ambitionen in die Saison gestartet, finden den Tritt aber überhaupt nicht. Wir sind überhaupt nicht zufrieden mit unseren Leistungen und der Punkteausbeute. Mit diesem überraschenden Interview jetzt war das Vertrauensverhältnis mit Fabio dann gar nicht mehr vorhanden.

Das besagte Interview erschien am Samstag. Bedeutet dies, dass Celestini auch bei einem Sieg am Sonntag in Lugano entlassen worden wäre?

Grundsätzlich war es schon so, dass wir in der Tendenz mit ihm weitermachen wollten. Die Ausgangslage hat sich nach diesem Interview aber komplett verändert.

Seit wann sind Sie auf der Suche nach einem Nachfolger für Celestini?

Dieser Prozess ist erst gerade gestartet. Vor dem Interview haben wir wirklich daran geglaubt, dass wir den Turnaround mit Celestini zusammen schaffen. Jetzt ist der Fokus zunächst einmal auf den vier Spielen bis zur Winterpause, die wir zusammen mit Sandro Chieffo als Interimslösung bestreiten werden.

Geht es für den FCL jetzt nur noch um den Klassenerhalt oder mit welcher Zielvorgabe wird der neue Trainer starten?

Ja, für uns zählt nichts mehr anderes als der Klassenerhalt. Wer auf die Tabelle schaut und von was anderem redet, der hat keine Ahnung.

Welches Profil muss der neue Trainer mitbringen?

Ganz zentral ist jetzt einfach, dass er uns da unten rausbringt. Er muss fachlich und menschlich zu uns passen und natürlich auch ein gutes Flair für den Nachwuchs haben. Das ist ein zentrales Element für unseren Club.

Jemand, den Sie sportlich und menschlich gut einschätzen können ist Alex Frei. Er ist bekanntlich der Götti einer ihrer Söhne. Wäre eine Rückkehr von ihm nach Luzern vorstellbar, nach seinem unschönen Abgang als Sportchef?

Ich habe mich noch nie zu Namen von Trainern geäussert, die nicht bei uns unter Vertrag stehen und werde das auch in Zukunft nicht machen. Mein Fokus ist es einfach, die bestmögliche Lösung für den FCL zu finden.

YB und der FCZ holten im Sommer deutsche Trainer, in Luzern spielen Badstuber und Gentner, Sie selber spielten einst für 1860 München. Schauen Sie bei der Trainersuche auch nach Deutschland?

Wir sind da offen. Wir wollen einfach den bestmöglichen Trainer. Dabei ist seine Herkunft überhaupt nicht wichtig.

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