Aktualisiert 23.11.2011 08:41

Marco Streller

«Wir sind gegen ManU sicher nicht chancenlos»

Nach dem Sieg gegen Galati steht für den FCB der Weg in die CL-Achtelfinals weiter offen. Gegen Manchester United kommt es zum «Endspiel». Captain Streller ist zuversichtlich.

von
Eva Tedesco, Bukarest

«Wir können durchaus ein bisschen rechnen und dürfen träumen. Wenn wir Galati schlagen, dann muss unser Ziel sein, in der Champions League zu überwintern», sagte Alex Frei vor dem Spiel gegen Galati in Bukarest. «Das wäre für mich ein halbes Wunder», schob der FCB-Routinier nach. Der FCB und sein Serien-Torjäger dürfen den Traum weiter träumen und an das «halbe Wunder» glauben.

Nach dem erzitterten 3:2-Sieg gegen den rumänischen Meister kommt es nun am 7. Dezember zum «Endspiel» gegen Manchester United. Der Sieger zieht in die Achtelfinals der Königsklasse ein. Damit könnte Rotblau Geschichte schreiben: Denn noch nie ist bislang eine Schweizer Mannschaft in die Runde der Top 16 im prestigeträchtigsten Klubwettbewerb Europas eingezogen.

Die Freis: Torgaranten in der Champions League

Einen grossen Anteil haben Alex und Fabian Frei. Die beiden Namensvettern haben sieben der neun Basler Tore in der Champions League erzielt. «Anscheinend liegt mir die Champions League», sagt Fabian Frei augenzwinkernd. «Aber das hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht vorgestellt», freut sich der Torschütze zum 1:0 gegen Galati über seinen dritten Treffer in der Champions League. Frei hofft, dass er gegen Manchester noch einmal zuschlagen kann, wie schon beim 3:3-Auswärtsremis. «Dass wir bis zum letzten Spieltag die Chance noch in den eigenen Händen haben, hat uns auch niemand zugetraut. Natürlich ist Manchester auch in zwei Wochen wieder der Favorit. Aber dass auch wir es können, haben wir nun schon einige Male bewiesen.»

Vogel nimmt Geburtstagsgeschenk dankend an

«Das ist einfach Fussball, deshalb ist Fussball so spektakulär und auf der ganzen Welt so beliebt», sagt FCB-Trainer Heiko Vogel nach der Zitterpartie gegen Ende der zweiten Halbzeit. Wie schnell seine Mannschaft das Heft aus der Hand gegeben hat, gefiel dem Pfälzer gar nicht. Das Geschenk zu seinem 36. Geburtstag am letzten Montag – drei Punkte gegen Galati und ein «Endspiel gegen ManU» – nimmt Vogel dennoch gerne an.

Zum anstehenden Finalspiel sagt der Basler Interimstrainer: «Der Traum wird gelebt. In neunzig Minuten ist alles möglich. Und manchmal braucht es nicht einmal neunzig Minuten – das hat man in Bukarest gesehen.» Mit einem Torschützen gestern freute sich Vogel ganz besonders: Marco Streller erzielte in seinem insgesamt 13. CL-Spiel seinen ersten Treffer. «Er ist mein Captain, mit ihm tausche ich mich regelmässig aus und da ist klar, dass man sich speziell freut», so Vogel.

Streller mit erstem Tor im 13. CL-Spiel

Mit einem riesigen Satz war der Stürmer nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 3:0 dem Trainer um den Hals gefallen. Es wirkte wie eine Erlösung für Streller. «Benjamin Huggel hatte ja zuletzt gegen Lissabon getroffen und mich hochgenommen, dass ich noch immer kein Champions-League-Tor geschossen habe – darum war das wichtig», so Streller lachend.

Froh war der FCB-Captain aber vor allem darüber, dass die Mannschaft den Sieg über die Zeit gebracht hat. «Ich bin glücklich und stolz auf meine Mannschaft. Ich glaube, dass diese Gruppe schwieriger ist als die im letzten Jahr. Jetzt haben wir kein einziges Auswärtsspiel verloren und haben acht Punkte – Wahnsinn. Manchester ist eine der besten Mannschaften der Welt, aber der Glaube an einen Sieg ist da. Ohne unbescheiden klingen zu wollen – wir sind im letzten Spiel sicher nicht chancenlos.»

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