Marco Streller: «Wir sind gegen Schalke nicht chancenlos»
Aktualisiert

Marco Streller«Wir sind gegen Schalke nicht chancenlos»

Der FCB geht als Sieger aus dem ersten Gruppenspiel in die CL-Partie gegen Schalke 04. Die letzte Begegnung mit einem Bundesligisten birgt aber keine guten Erinnerungen.

von
Eva Tedesco

Marco Streller freut sich auf das Duell gegen Schalke 04 und die Begegnung mit zwei Kumpels aus Stuttgarter Vergangenheit. (Video: 20 Minuten)

Nach dem 1:0-Heimsieg im CL-Achtelfinal in der Saison 2011/2012 setzte es eine 0:7-Schlappe gegen die Bayern in München ab. Marco Streller schüttelt diese Erinnerung rasch ab. «Die Erwartungshaltung ist nach dem Sieg in London gross. Wir müssen realistisch bleiben, aber dennoch streben wir auch am Dienstag einen Sieg an», so der FCB-Captain.

«Wer das Glück - oder Pech - hatte in den letzten Jahren öfters gegen Bayern zu spielen, sieht Schalke zwar als Topmannschaft, aber nicht auf dem gleichen Niveau.» Er zähle Schalke nicht zu den zwei, drei Teams, bei denen der FCB chancenlos sei. Aber dem FCB-Captain ist trotzdem bewusst, dass die Duelle gegen deutsche Klubs meist negativ für die Bebbi ausgegangen sind. Immerhin spürt Streller in der letzten Zeit eine Veränderung der Wahrnehmung des FC Basel. «Wenn ich mit Freunden in Deutschland spreche, merke ich, dass der Respekt uns gegenüber in den letzten Jahren gestiegen ist.»

Streller erwartet «Gänsehaut-Stimmung»

Das 1:0 der Bebbi gegen die Bayern vor zwei Jahren war erst der zweite Heimerfolg im sechsten Versuch. Die anderen Partien gingen ausnahmslos verloren. Schalke und Basel standen sich auch einmal gegenüber. Das war in der Saison 2004/05 in der Uefa-Cup-Gruppenphase. Am 21. Oktober 2004 rang der FCB den «Königsblauen» auswärts ein 1:1-Remis ab. Der rotblaue Torschütze damals hiess Matias Delgado und steht seit Sommer wieder in Diensten der Basler. Aber inzwischen hat Rotblau mehrfach mit Siegen gegen Topteams bewiesen, dass man sich auf europäischer Ebene etabliert hat.

«Es ist angerichtet und es wird Gänsehaut-Stimmung im Stadion herrschen. Ich habe sie jetzt schon, wenn ich nur schon vom Spiel rede», sagt Streller. Für ihn kommt es dabei zum Wiedersehen mit Goalie Timo Hildebrand, mit dem er zwischen 2004 und 2007 beim VfB Stuttgart spielte und 2007 Meister wurde. Streller kennt auch noch den heutigen Schalker Sportdirektor Horst Held aus gemeinsamer VfB-Vergangenheit.

Heldt von Streller begeistert

Mit Heldt, mit dem Streller ebenfalls eine VfB-Vergangenheit teilt, kam es am Montag vom und zum Weg an die Medienkonferenz zu einer kurzen Begegnung. Später sagt Heldt zu 20 Minuten: «Marco ist ein toller Typ, der es in Stuttgart wegen einer Verletzung nie leicht hatte. Dass er so zurückkommt – damit habe ich nicht gerechnet. Einer, der sich mit dem FC Basel beschäftigt, kennt viele Namen. Der des Captains ist immer darunter.»

«Zwei ehemalige Kumpels aus meiner Zeit in der Bundesliga zu treffen ist speziell für mich. Wir haben immer ein gutes Verhältnis zueinander gepflegt. Ich freue mich total auf das Spiel und das geht, glaube ich, auch allen anderen so. Den Respekt, den sich der FC Basel in den letzten Jahren auf internationaler Ebene erarbeitet hat, will man auch gegen Schalke bestätigen.

Die hohen Erwartungen nach dem Chelsea-Sieg

Streller erwartet aber ein schwierigeres Spiel, als zum Auftakt der Gruppenphase gegen Chelsea. «In London hatten wir nichts zu verlieren. Keiner hat von uns einen Sieg gegen Chelsea erwartet. Es ist immer spannend zu registrieren, dass die Erwartungen nach dem einen Sieg in der Champions League enorm steigen. Aber man muss schon ein wenig realistisch bleiben – nur wenn man gegen Chelsea gewinnt, ist man schon fast selber schuld, wenn die Erwartungen steigen.»

Streller weiter: «Wir wissen von der Offensivstärke der Schalker, aber auch wir haben Spieler in der Mannschaft, die ein Spiel entscheiden können. Es wird sicher ein offenes Spiel geben.» Und auch in der Defensive kann der FCB wohl auf die stärkste Formation hoffen.

Schär mit bandagiertem Knie im Training

Fabian Schär, der am Samstag beim 2:2 gegen Sion in der Meisterschaft das Feld mit der Bahre verlassen und zu medizinischen Untersuchungen seines rechten Knies ins Spital musste, konnte am Montag mittrainieren. Wenn auch mit zwei komplett einbandagierten Knien. «Er hat es probiert und sich gut bewegt», sagt FCB-Trainer Murat Yakin. «Wir machen am Dienstagmorgen noch einen weiteren Test und entscheiden dann kurzfristig über einen Einsatz.»

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