FCB vs. Dnjepropetrowsk: «Wir sind hier, um Geschichte zu schreiben»
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FCB vs. Dnjepropetrowsk«Wir sind hier, um Geschichte zu schreiben»

Basel kann sich heute gegen Dnjepr für den Achtelfinal der Europa League qualifizieren. Trotz hervorragender Ausgangslage erwartet der FCB-Trainer Murat Yakin ein hartes Stück Arbeit.

von
Eva Tedesco
Dnjepropetrowsk

FCB-Trainer Murat Yakin äussert sich vor dem EL-Rückspiel gegen Dnjepr in der Ukraine. (Video: 20 Minuten Online)

Zugegeben, das Glück des FCB gegen Dnjepropetrowsk an einer Pflanze wie festzumachen – da muss es einem ja die Sprache verschlagen: Murat Yakin schluckte schwer, als ihm der offizielle Übersetzer der Uefa die Frage eines ukrainischen Journalisten erklärte. Er wollte wissen, ob die Titanwurz, die kürzlich im Botanischen Garten der Uni Basel ein zweites Mal geblüht hat, ein Glücksbringer sei. Der Basler Trainer schaute sich Hilfe suchend um und suchte nach passenden Worten – was selten vorkommt.

Der smarte FCB-Trainer hatte Glück, dass ihm die Antwort dank dem schallenden Gelächter der anderen Medienschaffenden erspart blieb. Aber sollte sich der FCB heute Donnerstag im Sechzehntelfinal-Rückspiel in der Europa League (20 Minuten Online berichtet live ab 19 Uhr) gegen den Erstligisten Dnjepro Dnjepropetrowsk durchsetzen und nach 2005/06 zum zweiten Mal die Achtelfinals der Europa League erreichen (ausgeschieden im Viertelfinal gegen Middlesbrough), würde es den Ukrainern noch mehr stinken, als es die Titanwurz je könnte.

Dnjepr mit makelloser Heimbilanz

Der FCB hat sich eine hervorragende Ausgangslage geschaffen und will diese «mit allen Mitteln» wahrnehmen, wie Yakin an der letzten Medienkonferenz am Mittwochabend sagte. «Wir müssen von der ersten Sekunde an konzentriert sein. Es wird ein hartes Stück Arbeit», sagt Yakin. Die Chancen auf ein Weiterkommen bewertet der 38-Jährige weiterhin mit 50:50. «Es wäre eine Überraschung, wenn wir uns qualifizieren». Zumal der Tabellenzweite der Premyer Liga hinter Schachtjor Donetsk über eine makellose Heimbilanz verfügt und alle 13 Spiele der Vorrunde vor heimischer Kulisse gewonnen hat. Vier in der Europa League mit mindesten zwei Toren Differenz – darunter ein 3:1-Sieg gegen den SSC Napoli.

Abwarten und hoffen, dass man kein Gegentor kassiert, ist aber nicht die Spielweise des Schweizer Meisters. «Warten, Geduld haben und auf Konter lauern, ist nicht unser Spiel», so Yakin. «Wir sind hier, um auf Sieg zu spielen.» Das schlechte Terrain könnte Rotblau helfen. Die Ukrainer haben in den letzten Wochen auf den guten Böden an der Costa del Sol in Spanien trainiert und brauchen vielleicht länger, um sich an die tiefe Unterlage zu gewöhnen, während der FCB letzten Sonntag in Lausanne sich schon mal auf einer holprigen Wiese «einspielen» konnte.

Keine Freude an den Bodenverhältnissen

«In diesem Spiel treffen zwei technisch gute Mannschaften aufeinander, die Fussball spielen wollen und sicher keine Freude an so einer Unterlage haben. Aber wir sind vorbereitet und müssen versuchen, frühes Pressing zu spielen, die Zweikämpfe zu gewinnen und während 90 Minuten den Gegner so weit wie möglich von unserem Tor fernhalten», umschreibt Yakin seine Vorstellungen. «Wir sind hier, um ein kleines Stück Geschichte zu schreiben». Und, um ein eigene Duftmarke zu setzen.

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