Aktualisiert 09.07.2014 05:27

5 Seconds of Summer«Wir sind keine Boyband - wir spielen Rock!»

Die vier Australier von 5 Seconds of Summer sind die heisseste Neuentdeckung des Jahres. 20 Minuten hat mit ihnen über kreischende Girls und gemeine Vorurteile gesprochen.

von
Lucien Esseiva

Seid ihr eine Boyband?

Ashton: Nein, überhaupt nicht. Wir sind einfach vier Jungs, die in einer Band spielen. Wir machen Rockmusik.

Wie würdet ihr euch beschreiben?

Ashton: Wir sind eine Pop-Rock-Band. Mehr Rock als Pop. Wir konzentrieren uns auf Gitarren, Schlagzeug und viel Party.

Das Internet ist voll mit Artikeln über euch. Lest ihr die?

Michael: Eigentlich will ich nicht. Aber es ist hart, die Texte zu ignorieren. Auch wenn es wohl besser wäre, das meiste nicht zu lesen.

Calum: Ich gebe nicht viel auf diese Newsartikel. Mir ist es wichtig, was die Fans von uns denken. Nicht, was die Journalisten schreiben.

Was ist der grösste Mist, den ihr über euch gelesen habt?

Luke: Vor ein paar Tagen stand in einer Zeitung, dass wir einen Privatjet haben. So ein Unsinn!

Was ist die Wahrheit?

Luke: Dass wir alle aus ärmlichen Verhältnissen aus einem Vorort von Sidney kommen. Dass wir einen Tourbus und keinen Privatjet haben und dass wir uns alle gemeinsam auf dem Boden der Tatsachen halten.

Könnt ihr verstehen, warum die Girls an euren Konzerten in Ohnmacht fallen?

Calum: Natürlich ist es eine etwas surreale Situation für uns. Menschen haben viele Sorgen, Depressionen und müssen sich mit schlimmen Dingen auseinandersetzen. Wir als Band sind in den Köpfen der Fans dann wie ein Heiligtum.

Tut es weh, wenn Journalisten schreiben, dass ihr ein gecastetes Produkt seid?

Ashton: Ja! Das schmerzt uns sehr! Authentisch zu sein, bedeutet uns alles. Ich dachte immer, dass wir unsere Bandgeschichte ziemlich klar kommuniziert haben. Wir sind Freunde und machen schon immer zusammen Musik. Es irritiert mich, dass es viele trotzdem nicht begriffen haben.

Woran liegt das?

Ashton: Die Leute wollen es einfach nicht hören, dass da eine junge Band ist, die ihre Songs selber schreibt. Sie wollen doch einfach hören, dass alles Fake und Bullshit ist.

Wie hat sich euer Leben verändert, seit ihr berühmt seid?

Ashton: Alles hat sich verändert. Noch vor zwei Jahren hing ich zu Hause rum und probierte irgendwie die Schule abzuschliessen. Verrückt, wie schnell sich ein Leben verändern kann.

Hat der Erfolg auch dunkle Seiten?

Calum: Es ist traurig, wenn dich die Leute als schlechten Menschen hinstellen wollen, nur weil du erfolgreich bist.

Vermisst ihr etwas aus eurem früheren Leben?

Michael: Die ganz normalen Dinge. Am Morgen aufwachen, in die Küche gehen und mit meinem Bruder und meiner Schwester eine Schüssel Cornflakes essen. Und meinen Hund.

Wie reagierten eure Freunde auf den Erfolg?

Michael: Wir hatten nie viele Freunde. Wir waren eigentlich immer die Aussenseiter.

Inwiefern?

Michael: Wir sind im Westen von Sidney geboren. Doch unsere Vorbilder waren amerikanische Punk-Bands wie Blink 182. Alle unsere Energie haben wir in unsere Band gesteckt. Das haben viele nicht verstanden, uns für doof gehalten und nie daran geglaubt, dass wir es eines Tages schaffen könnten.

Seid ihr das erste Mal in der Schweiz?

Ashton: Ja. Euer Land ist einer der Orte, von denen man gerade als Junge aus Sydney nie denkt, dass man mal hinreisen wird. Umso schöner ist es, hier zu sein. Ihr habt ein wunderbares Land.

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