Aktualisiert 26.03.2017 16:09

Waffenbörse in Luzern

«Wir sind keine ‹Waffennarren›»

Zum 43. Mal fand am Wochenende in Luzern die Waffenbörse statt. «Es ist eine gewisse Unsicherheit bei den Leuten da», sagt Josef Rust von der Luzerner Polizei.

von
Noah Knüsel

Sehen Sie einige Eindrücke von der Messe im Video. (Video: nk)

Sturmgewehre, Maschinenpistolen, antike Armeewaffen: Beim Rundgang durch die Messe Luzern findet man alles, fein säuberlich an Wänden präsentiert oder auf speziellen Ständern aufgereiht. Fachmännisch wird diskutiert, ein Verkäufer erklärt seinen potenziellen Kunden die Vorteile einer Pistole mit Schulterstütze und Spezialvisier. Nebenan genehmigen sich einige ein Bier zur Feier des Sonntags.

Die Besucher sind überwiegend männlich. Am Sonntag war so etwas wie ein Familientag. Messeleiter Marco Biland erklärt: «Am Freitag sind vor allem die begeisterten Sammler da. Am Samstag dann ist das Publikum eher gemischt und am Sonntag kommen viele Besucher, die einfach mal vorbeischauen.» Tatsächlich sieht man am Sonntag relativ viele Junge in der Halle. Auch Frauen sind da und sogar Familien mit Kleinkindern. Bei der Frage, wieso sie denn hier sei, zeigt eine blonde Frau mittleren Alters nur lächelnd auf ihren Partner, der einige Schritte entfernt steht. Auf Nachfrage hin erklärt sie: «Mich interessiert die Geschichte der Waffen, von früher bis heute.»

10'000 Besucher 2016

Für Biland sind solche Anlässe nötig: «Dass es die Leute anspricht, zeigen ja schon die Besucherzahlen.» In den letzten Jahren hat man laut dem Messeleiter einen Zuwachs verzeichnen können, rund 10'000 waren es 2016. «Es ist ein Hobby, dem Leute vom Maurer bis zum Arzt nachgehen», so Biland weiter. Selber sei er kein Waffenbesitzer. Aber: «Mein Highlight der Messe ist jeweils, wenn ich sehe, wie die Sammler begeistert sind.»

Als Waffennarren werden die Messebesucher gar nicht gern bezeichnet. «Wir sind keine ‹Narren›, wir sind Sammler, Liebhaber, Jäger und Schützen», erklärt der Betreiber eines der grössten Stände.

«Wir sehen ein grosses Interesse»

Auch die Luzerner Polizei ist vor Ort. Sie betreibt Prävention, Kontrolle – und stellt Waffenerwerbsscheine aus. «Wenn man schon mal einen hatte, geht das relativ einfach», sagt Josef Rust, Chef der Fachgruppe Waffen und Sprengstoff. In diesem Falle könne an der Börse ein neuer ausgestellt werden.

Falls jemand noch nie einen Waffenschein hatte, dauere das Prozedere etwa einen Monat, der Antrag wird von verschiedenen Stellen geprüft. «Wenn einer zum Beispiel übermässig Alkohol konsumiert oder eine Vorgeschichte als Gewalttäter hat, wird ihm kein Schein ausgestellt», so Rust. Auf keinen Fall könne einer, der noch nie eine Waffe besessen hat, in die Börse spazieren und mit einem Sturmgewehr wieder nach Hause gehen.

«Wir sehen ein grosses Interesse, aber auch eine gewisse Unsicherheit bei den Leuten wegen der aktuellen Weltlage», erklärt Rust weiter. Auch aus seiner Sicht hätten die Besucherzahlen zugenommen. Er zieht am letzten Messetag ein positives Fazit: «Es war ruhig, grössere Probleme gab es keine.»

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