Vizeweltmeister Yves Meier: Wir sind mit dem Drift-König von Seelisberg um die Kurven gejagt
Markus Bartholet
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Vizeweltmeister Yves MeierWir sind mit dem Drift-König von Seelisberg um die Kurven gejagt

Profidriften hat mit illegalem Rumschleudern im Schnee nichts gemein. Vizeweltmeister Yves Meyer (29) zeigte uns auf abgesperrter Strecke in einem Audi R8 Spyder mit Heckantrieb, wie es richtig geht.

von
Michael Lusk / A&W Verlag

Möchtegern-Drifter haben in den letzten Wochen das Thema in Verruf gebracht. Kaum fällt der erste Schnee, stürmen sie verlassene Parkplätze oder versuchen gar auf öffentlichen Strassen ihre vermeintlichen Fahrkünste unter Beweis zu stellen. Das ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich. Das sieht auch Yves Meyer so: «Die Strasse ist der falsche Ort zum Driften. Man gefährdet nur Dritte!»

Es geht aber auch anders: Profis wie Yves Meyer haben das Driften von der Pike auf gelernt und tragen sogar eine offizielle Weltmeisterschaft aus. Ausserdem gibt es auch in der Schweiz legale Möglichkeiten, richtig und sicher zu driften. Das Eventcenter Seelisberg beispielsweise, das Yves Meyer neben seiner Sportkarriere leitet, bietet eine sogenannte Drift Academy an, in der alle mit dem eigenen oder einem Mietauto driften können.

Yves Meyer mit dem Audi R8 Spyder RWD am Eventcenter Seelisberg

Markus Bartholet

Vom Motorsport zum Drift-Champion

Auf den Geschmack gekommen ist Yves Meyer selber relativ spät. Bis zum Alter von 23 Jahren faszinierte ihn der Freestylesport mehr als der Motorsport. Und das, obwohl sein Vater, Hans Schori, schon lange erfolgreich Rennen fuhr und sogar Schweizer Bergmeister wurde. Irgendwann packte es ihn aber doch. Erst mit Audi, später mit Toyota. Sein Talent konnte er schnell unter Beweis stellen, dennoch war der von A bis Z durchorganisierte Ablauf im klassischen Motorsport bald zu einengend für ihn.

Bis er 2017 den Driftsport entdeckte. Eigentlich standen die 30 Teilnehmer für die WM 2018 in Japan schon fest, in letzter Sekunde kam er noch zu einer Wildcard. Und so reiste er als Nobody in der Szene und mit seinem Vater zur Drift-WM ins Mutterland dieser Sportart, wo er prompt den ersten von zwei Quali-Läufen verhaute. Sein Vater wollte schon das Stadion verlassen, da drehte Yves im zweiten Lauf fulminant auf.

Mit dem Audi R8 Spyder V10 RWD gingen wir auf gesperrter Strecke driften.

Mit dem Audi R8 Spyder V10 RWD gingen wir auf gesperrter Strecke driften.

Markus Bartholet
Drift-Vizeweltmeister Yves Meyer zeigte uns, was er und das Auto können.

Drift-Vizeweltmeister Yves Meyer zeigte uns, was er und das Auto können.

Markus Bartholet
Gekonnt dreht er seine Pirouetten auf dem Handlingparcours des Eventcenters Seelisberg.

Gekonnt dreht er seine Pirouetten auf dem Handlingparcours des Eventcenters Seelisberg.

Markus Bartholet

Aufs Podest beim ersten Anlauf

Er legte eine perfekte Vorstellung hin, schaffte es doch noch ins Achtelfinale. Im Viertel- und Halbfinale gab er sich keine Blösse mehr, so dass seine Gegner aus dem Staunen, wer denn dieser «Swiss Guy» eigentlich ist, nicht mehr herauskamen. Erst im Finale musste er sich dem russischen Meister Georgy «Gocha» Chivchyan geschlagen geben. Dennoch wurde er bei seiner ersten WM sensationell Vize-Weltmeister.

Szenenwechsel: Für uns zaubert er an diesem Wintertag gekonnt mit dem Audi R8 Spyder RWD auf dem Testgelände in Seelisberg einen Drift nach dem anderen hin. Für Puristen hat Audi nämlich eine rein heckgetriebene Version seines Mittelmotorrenners auf den Markt gebracht. Mit einem eleganten Schlenker bringt Yves das Heck des 540 PS starken Boliden jeweils zum Ausbrechen, lässt das Sportcabrio Runde für Runde um den Parcours tanzen. «Der Audi R8 bietet unglaubliche Traktion, lässt sich jederzeit perfekt beherrschen und trotzdem kontrolliert in den Drift bringen», zieht er am Ende mit einem Grinsen im Gesicht Fazit. Denn egal ob im Driftsport oder Alltag: Was Yves Meyer anpackt, macht er mit Spass.

Deine Meinung

127 Kommentare
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E-Guru

27.01.2021, 23:50

Renault hat zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Ipsos im August in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien eine repräsentative Studie mit 5000 Teilnehmern durchgeführt. Acht von zehn Europäern wollen demnach einen raschen Ausbau der Elektromobilität. 🚗 Neben dem Wunsch nach einem größeren Angebot an Elektro- und Hybridmodellen gaben viele an, sich einen baldigen Umstieg vorstellen zu können. „Europäische Autofahrer sind von den Vorteilen von Elektrofahrzeugen – gerade für die Umwelt – überzeugt“, so die Autoren der Studie. „Viele planen, ein Elektro- oder Hybridfahrzeug 🚗 zu kaufen. Die Umfrage spiegelt wieder, was man in Autohäusern sieht: „Immer mehr Kunden informieren sich nach Hybrid- und Elektromodellen 🔋 und wollen diese ausprobieren.“

Kamala Harris

27.01.2021, 23:06

Hätte jemand vor 2 Jahren gedacht, das Kamala Harris gewinnt? Hätte jemand vor 2 Jahren gedacht, das Elektromobilität gewinnt?

dr reto

27.01.2021, 22:32

Reto Knutti hat nix zu melden