Wenig überzeugend  – «Wir sind nicht Facebook», wollen Tiktok, Snap und Youtube klarstellen

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Wenig überzeugend «Wir sind nicht Facebook», wollen Tiktok, Snap und Youtube klarstellen

Facebook musste sich in den vergangenen Wochen viel Kritik anhören. Nun mussten auch die konkurrenzierenden Social-Media-Unternehmen vor dem US-Senat aussagen.

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Die drei grossen Internet-Plattformen Tiktok, Snapchat und Youtube mussten sich am Dienstag dem US-Senat stellen.

Die drei grossen Internet-Plattformen Tiktok, Snapchat und Youtube mussten sich am Dienstag dem US-Senat stellen.

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Dabei wollten sie klarstellen, dass sie anders als Facebook agieren.

Dabei wollten sie klarstellen, dass sie anders als Facebook agieren.

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Denn Facebook hatte sich in den vergangenen Wochen viel Kritik anhören müssen. 

Denn Facebook hatte sich in den vergangenen Wochen viel Kritik anhören müssen.

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Darum gehts

  • Am Dienstag stellten sich Tiktok, Snapchat und Youtube vor dem US-Senat kritischen Fragen.

  • Dies, nachdem sich zuvor Facebook scharfer Kritik unterziehen musste.

  • Die drei Internet-Unternehmen stellen aber klar, dass sie anders als Facebook operieren.

  • Das sei aber keine ausreichende Verteidigung, findet der Vorsitzende des Senats-Unterausschusses.

Nach scharfer Kritik am Internetriesen Facebook haben sich auch Verantwortliche der Onlinedienste Tiktok, Snapchat und Youtube im US-Senat kritischen Fragen stellen müssen. Bei einer Ausschuss-Anhörung ging es am Dienstag insbesondere um den Schutz von Kindern. «Ihre Verteidigung ist: ‹Wir sind nicht Facebook›», sagte der Vorsitzende des Senats-Unterausschusses für Verbraucherschutz, der demokratische Senator Richard Blumenthal. «Anders zu sein als Facebook ist keine Verteidigung. Diese Messlatte liegt zu niedrig.»

Die Plattformen hätten vor allem das Ziel, neue Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen – «vor allem Kinder» – und diese an sich zu binden, kritisierte Blumenthal weiter. Die Senatorin Marsha Blackburn warf den Online-Diensten grundsätzlich eine Gefährdung junger Nutzerinnen und Nutzer vor. «Wir haben Plattformen zu lange erlaubt, für Kinder und jugendliche Nutzer und Nutzerinnen gefährliche Inhalte zu bewerben und zu glorifizieren», sagte die Republikanerin. «Wie lange lassen wir noch zu, dass das so weitergeht?»

«Gegenentwurf zu sozialen Medien»

Facebook ist in den vergangenen Wochen massiv unter Druck geraten. So wirft die frühere Mitarbeiterin und Whistleblowerin Frances Haugen dem Konzern vor, eigene Profite über die Sicherheit von Menschen zu stellen. Unter anderem soll Facebook von schädlichen Auswirkungen seines Fotodienstes Instagram auf das Wohlbefinden jugendlicher Nutzerinnen und Nutzer gewusst haben.

Erstmals wurden nun Vertreter und Vertreterinnen der bei Jugendlichen äusserst beliebten Videoplattform Tiktok und des Instant-Messaging-Dienstes Snapchat, das dem Unternehmen Snap gehört, vor dem Senat befragt. «Snapchat wurde als Gegenentwurf zu sozialen Medien entworfen», sagte Snap-Spitzenmanagerin Jennifer Stout. Sie verwies insbesondere darauf, dass über die Plattform verschickte Bilder nach kurzer Zeit automatisch gelöscht werden, und auf das Mindestalter von 13 Jahren. Stout beteuerte auch, Snapchat gehe entschieden gegen Drogenhandel über die Plattform vor.

Inhalte reguliert

Auch Tiktok-Spitzenmanager Michael Beckerman grenzte sein Unternehmen von Facebook ab. «Tiktok ist kein soziales Netzwerk, das auf Followern und Followerinnen basiert.» Der Videodienst des chinesischen Internetriesen Bytedance ist allerdings auch in die Kritik geraten. So wird Tiktok vorgeworfen, Inhalte könnten junge Nutzer und Nutzerinnen zu gefährlichen Hungerkuren oder Mutproben animieren.

Tiktok, das nach eigenen Angaben eine Milliarde aktive Nutzerinnen und Nutzer hat, bietet eine eingeschränkte Version für Userinnen und User unter 13 Jahren an. So können Nutzende dieser Altersgruppe keine Videos hochladen und nicht die Videos anderer kommentieren. Auch die Videoplattform Youtube hat eine Sonderversion für Unter-13-Jährige.

Youtube-Vertreterin Leslie Miller sagte vor dem Senatsausschuss, die Plattform verbiete Inhalte, die Minderjährige ausbeuten oder gefährden würden. Allein zwischen April und Juni habe die Google-Tochter fast 1,8 Millionen Videos entfernt, die gegen die Richtlinien verstossen hätten.

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(afp/doz)

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