Aktualisiert 05.04.2014 17:01

Roger Federer

«Wir sind nicht saumässig enttäuscht»

In den Gesichtern von Roger Federer und Stanislas Wawrinka schien man die Enttäuschung nach der Doppelniederlage gegen Kasachstan ablesen zu können. Dem war aber nicht so.

von
Adrian Hunziker

Alles war angerichtet für eine grosse Party. Die über 15'000 Zuschauer waren bereit, die Schweizer Farben nach vorne zu peitschen. Doch Stanislas Wawrinka und Roger Federer kriegten die Kurve nicht und konnten nur äusserst selten überzeugen. Die 4-Satz-Niederlage im Doppel gegen Underdog Kasachstan war die logische Folge. Klar, dass nach dieser Niederlage enttäuschte Gesichter zur Pressekonferenz auftauchten. Vor allem Wawrinka wirkte extrem niedergeschlagen.

Aber auch Teamcaptain Severin Lüthi schien angeschlagen. Lüthi scheint mit der Situation, dass die Schweiz Favorit ist in der Begegnung gegen Kasachstan, aber bisher den Tritt nicht findet, nur schwer umgehen zu können. Auf die Frage eines Journalisten reagierte er ziemlich unwirsch. Nur die Journalisten hätten nicht mit einer Niederlage gerechnet, sagte Lüthi. «Wir rechnen nicht vorher, wir nehmen Match für Match. Und jetzt fühlt es sich an, wie in einem Best-of-five-Match mit 1:2 Sätzen hinten zu liegen.» Dann habe man keine Zeit, enttäuscht zu sein, dann müsse man nach vorne schauen und optimistisch an den letzten Tag ran. «Stan und Roger sind Favoriten in ihren Einzeln, alles liegt in unseren Händen, das ist positiv», so der Teamcaptain.

Alles nur halb so schlimm

«So schlimm ist das auch wieder nicht. Saumässig enttäuscht wären wir, wenn wir die Begegnung verloren hätten», meinte Federer. Dann müssten sie sich erklären, das sei aber nun nicht der Fall, so der Maestro weiter. «Der Gegner hat besser gespielt, das gilt es zu akzeptieren.» Federer freute sich an der Pressekonferenz, wieder zur Ruhe zu kommen. Die letzten paar Stunden seien doch nervenaufreibend gewesen.

Wawrinka gab dann aber doch zu, dass er enttäuscht sei. Und das vor dem möglich entscheidenden Einzel am Sonntag. Da hänge zuerst einmal alles von ihm ab, sagte der Romand. Er spielt im ersten Einzel gegen Michail Kukuschkin. «Ich muss mein bestes Tennis auspacken. Gegen Kukuschkin habe ich mehr Zeit, meine Schläge zu platzieren. Wenn ich gut spiele, kann ich jeden Gegner schlagen», so der 29-Jährige. So darf die Schweiz noch auf einen knappen Sieg gegen Kasachstan und den damit verbundenen Halbfinal-Einzug hoffen.

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