Zugbegleiter klagen: «Wir sind oft alleine unterwegs»
Aktualisiert

Zugbegleiter klagen«Wir sind oft alleine unterwegs»

Angepasste Stellenprofile und flexible Arbeitspläne: Mit dem Fahrplanwechsel hat sich für SBB-Zugbegleiter einiges geändert. Laut Zugpersonalverband nicht nur zum Positiven.

von
scl
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Sie sind seit dem Fahrplanwechsel oft allein in Zügen unterwegs: die SBB-Zugbegleiter. (Archivbild)

Sie sind seit dem Fahrplanwechsel oft allein in Zügen unterwegs: die SBB-Zugbegleiter. (Archivbild)

Keystone/Christian Beutler
Das sorgt für Kritik des Zugpersonalverbands. Allein sei es unmöglich, 800 Passagiere angemessen zu begleiten.

Das sorgt für Kritik des Zugpersonalverbands. Allein sei es unmöglich, 800 Passagiere angemessen zu begleiten.

Keystone/Christian Beutler
Auch nach 22 Uhr seien die Zugbegleiter regelmässig allein unterwegs, was die Sicherheit des Personals gefährde.

Auch nach 22 Uhr seien die Zugbegleiter regelmässig allein unterwegs, was die Sicherheit des Personals gefährde.

Keystone/Christian Beutler

Sie sind oft alleine unterwegs – selbst auf sehr langen Strecken und in sehr langen Zügen mit hohem Passagieraufkommen: Die SBB-Zugbegleiter sind unzufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen.

Seit dem Fahrplanwechsel am 8. Dezember 2018 sei die Stimmung bei den Zugbegleitern schlecht, schreibt der «SonntagsBlick». Wie Andreas Menet, Präsident des Zugpersonalverbands, gegenüber der Zeitung sagt, ist es allein unmöglich, 800 Passagiere angemessen zu begleiten. Insbesondere, wenn dann noch eine technische Störung auftrete.

Auch nach 22 Uhr sind die Zugbegleiter regelmässig allein unterwegs. «Das gefährdet die Sicherheit des Personals», so Menet.

Zu früh für Fazit

Vermehrt werden die Zugbegleiter seit Anfang Dezember wechselweise im Regional- und Fernverkehr und an Bahnhöfen eingesetzt. Dort beantworten sie in gelben Westen Fragen der Kunden. Nicht nur das Stellenprofil der Zugbegleiter wurde angepasst – auch die Arbeitspläne sind seit dem Fahrplanwechsel flexibler.

Für Grossereignisse und stark frequentierte Züge kann so kurzfristig Personal abgezogen werden. Kundenbegleiter in anderen Regionen müssen dann allein klarkommen. Das mache grundsätzlich Sinn, so Menet. Die Ausnahme sei allerdings zur Regel geworden. «Ständig werden aus irgendeinem Grund Leute abgezogen, und wir sind dann oft alleine unterwegs.»

Die SBB verteidigen das neue Konzept. Es gelte erst seit zwei Monaten – da sei es für ein belastbares Fazit noch zu früh, sagte ein Sprecher.

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