Franz Ferdinand: «Wir sind uns aus dem Weg gegangen»
Aktualisiert

Franz Ferdinand«Wir sind uns aus dem Weg gegangen»

Anlässlich der Veröffentlichung von «Tonight», des neuen Albums von Franz Ferdinand spricht Gitarrist Nick McCarthy über Langeweile im Band-Alltag, Abba und Geister, die beim Aufnehmen stören.

von
Marlies Seifert

Mit ihrem selbstbetitelten Debüt setzten Franz Ferdinand 2004 einen Meilenstein in die Indie-Landschaft. Jetzt, vier Jahre später, ist die Band mit ihrem dritten Album «Tonight» zurück. Gitarrist Nick McCarthy erzählt, wie sie mit Hilfe übersinnlicher Kräfte ihre Kreativität wieder in Fluss brachte. Das Interview konnten wir auf Deutsch führen, denn Nick hat seine Jugend in Bayern verbracht. Man merkte es daran, dass er sich vor mancher Antwort mit einem gedehnten «Ja, mei» Bedenkzeit verschaffte.

Friday: Hi Nick, wo bist du gerade?

Nick McCarthy: Auf dem Weg zurück nach Glasgow. Ich bin vor einiger Zeit nach London gezogen.

Weil du Abstand von der Band brauchtest?

Nein, nein. Nach unserer letzten Tour sind wir uns zwar bewusst drei Monate aus dem Weg gegangen. Wir langweilten uns gegenseitig und brauchten ein wenig Zeit, um uns neu zu finden. Wenn man in England nur ein bisschen Radio hört, wird schnell klar, dass es für uns nicht so weitergehen konnte wie bisher. Es wäre geradezu peinlich gewesen. Es gibt mittlerweile einfach zu viele Bands, die so tönen wie wir vor ein paar Jahren.

Die neuen Songs tragen aber immer noch die unverkennbare Franz-Ferdinand-Handschrift: hohe Stakkato-Gitarren, Wummerbässe, Alex' theatralischer Gesang ...

Ja mei, im Endeffekt sind wir halt immer noch die vier gleichen Typen, die Musik machen. Wir haben vor allem an unserer Spielweise gearbeitet. Einen Song zu schreiben, das ist easy, aber dann kommt es darauf an, wie man ihn spielt.

... zum Beispiel mit einem Abba-Piano, wie im Stück «Twilight Omens»?

(Lacht) Ja, wir alle mögen Abba. Ist doch witzig. Aus dem Grund machen wir Musik: Weil wir Spass haben wollen. Uns geht es nicht um irgendein Konzept. Wir machen Gefühlsmusik.

Das neue Album ist ja an einem speziellen Ort entstanden.

Ja, wir haben es in einem leerstehenden, alten Rathaus geschrieben und aufgenommen. Darin hatte es sogar ein riesiges altes Theater. Wir sind mit unserem Equipment von Raum zu Raum gezogen und haben den Sound getestet.

Wie hat sich das Gebäude konkret auf eure Arbeit ausgewirkt?

Die düstere Stimmung war auf jeden Fall inspirierend. Und, na ja, ich will jetzt nicht behaupten, ich habe Geister gesehen, aber gespürt habe ich auf jeden Fall etwas ...

Erzähl!

Als wir «What She Came For» aufnahmen, spielten wir richtig laut – plötzlich begannen die Lichter zu flackern. Da hatten sich wohl ein paar Geister gestört gefühlt.

«Tonight»: Das neue Album «Ein dreckiges Dancefloor-Album für einen dunklen Club, in dem sich allerlei zwielichtige Nachtgestalten tummeln», beschreibt Nick McCarthy die neue Franz-Ferdinand-Platte treffend. (Domino/Musikvertrieb) Live: Franz Ferdinand spielen am 28. März 2009 am Festival M4Music in Zürich.Das Konzert ist bereits ausverkauft. Rein kommt man nur noch mit einem Festivalpass.

«Tonight»: Das neue Album «Ein dreckiges Dancefloor-Album für einen dunklen Club, in dem sich allerlei zwielichtige Nachtgestalten tummeln», beschreibt Nick McCarthy die neue Franz-Ferdinand-Platte treffend. (Domino/Musikvertrieb) Live: Franz Ferdinand spielen am 28. März 2009 am Festival M4Music in Zürich.Das Konzert ist bereits ausverkauft. Rein kommt man nur noch mit einem Festivalpass.

«Tonight»: Das neue Album «Ein dreckiges Dancefloor-Album für einen dunklen Club, in dem sich allerlei zwielichtige Nachtgestalten tummeln», beschreibt Nick McCarthy die neue Franz-Ferdinand-Platte treffend. (Domino/Musikvertrieb) Live: Franz Ferdinand spielen am 28. März 2009 am Festival M4Music in Zürich.Das Konzert ist bereits ausverkauft. Rein kommt man nur noch mit einem Festivalpass.

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