Familie Bürgi vor Abflug: «Wir sind verunsichert»

Aktualisiert

Familie Bürgi vor Abflug«Wir sind verunsichert»

In Mexiko grassiert die Schweinegrippe unvermindert. Doch einige Schweizer Touristen fliegen trotzdem dorthin – mit mulmigen Gefühlen.

von
Deborah Rast

Check-in am Zürcher Flug­hafen gestern Morgen: Um 9.30 Uhr fliegt ein Charter der Edelweiss Air über Kuba nach Cancún, Mexiko. Doch nur 24 der ursprünglich 80 Touristen fliegen tatsächlich zur mexikanischen Badedestination: «Wegen der Schweinegrippe haben die meisten umgebucht oder annulliert», so Edelweiss-Air-Sprecher Peter Spring. Dies bestätigt auch Kuoni-Sprecher Peter Brun: «Viele haben sich entschieden, ihre Ferien in Kuba zu verbringen.»

Trotz Warnung des Bundes fliegt Familie Bürgi aus Einsiedeln nach Cancún: «Wir sind verunsichert. Unser Reisebüro hat uns aber beruhigt und gemeint, dass das Risiko einer Ansteckung in Cancún sehr gering sei», sagt Vater Fredy Bürgi. Anders geht es Verena Schöpflin – sie hat sechs Wochen Sprachferien in Mexiko gebucht: «Ich bin gestresst und verängstigt, fliege aber nach langem Überlegen trotzdem.» Mit im Gepäck hat sie Tamiflu und Atemschutzmasken. Die Bordcrew des Edelweiss-Air-Charterflugs wurde für den Ernstfall gebrieft und ausgestattet: Passagiere, die im Verdacht stünden, infiziert zu sein, würden innerhalb des Flugzeugs isoliert und bekämen Tamiflu verabreicht. Sitznachbarn müssten sich mit Masken begnügen. Auch die Swiss hat seit gestern alle Langstreckenflüge mit Tamiflu ausgestattet.

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