Frauenfeld: «Wir sparen Wasser und die SBB vergeudet es»
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Frauenfeld«Wir sparen Wasser und die SBB vergeudet es»

Trotz Wasserknappheit lässt die SBB den Bahnhof Frauenfeld abspritzen. Eine Leser-Reporterin ärgert sich.

von
lad
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Leser-Reporterin Ruth Gamper ist entsetzt über die derzeitigen Reinigungsarbeiten...

Leser-Reporterin Ruth Gamper ist entsetzt über die derzeitigen Reinigungsarbeiten...

Leser-Reporter/Ruth Gamper
...  am Bahnhof Frauenfeld: «Das ist Verschwendung», sagt sie.

... am Bahnhof Frauenfeld: «Das ist Verschwendung», sagt sie.

Wikimedia/Sevku
Auch seien die Glasscheiben abgewaschen worden. Wegen der derzeitigen Wasserknappheit kann die Leser-Reporterin die Reinigungsarbeiten nicht nachvollziehen. Beim Kanton...

Auch seien die Glasscheiben abgewaschen worden. Wegen der derzeitigen Wasserknappheit kann die Leser-Reporterin die Reinigungsarbeiten nicht nachvollziehen. Beim Kanton...

Wikimedia/JoachimKohlerBremen

«Ich war massivst schockiert», sagt Leser-Reporterin Ruth Gamper am Montag zu 20 Minuten. Ein Arbeiter habe gegen 9 Uhr mit einem Hochdruckreiniger den Bahnhof Frauenfeld gereinigt. «Er putzte die Perrons und die Eingangsdächer aus Glas», sagt sie weiter. Die 62-Jährige habe bei dem Anblick ihren Augen kaum getraut: Überall herrsche Wasserknappheit, auch im Kanton Thurgau: «Wir achten uns und tränken unsere Rasen nicht mehr und dort wird das Wasser verschwendet», sagt sie.

Gamper erkundigte sich darauf vor Ort: «Vom SBB-Personal fühlte sich aber niemand zuständig», sagt sie. Der Arbeiter der Reinigungsfirma habe ihr dann gesagt, er führe lediglich seinen Auftrag aus – einen Auftrag der SBB.

«Es muss sauber sein»

Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt die SBB: «Wo auf kleinem Raum fast 15'000 Leute täglich passieren, muss es sauber sein», sagt Mediensprecher Daniele Pallecchi. Einen privaten Rasen im Garten zu bewässern sei damit nicht vergleichbar. Die Empörung der Leser-Reporterin sei deshalb wenig nachvollziehbar: «Unser Reinigungspersonal arbeitet schonend und effizient», so Pallecchi weiter. Durch die Hochdruckreiniger werde mit Druck gearbeitet und somit mit weniger Wasser.

Anpassungen wegen der vorherrschenden Wasserknappheit würden landesweit vorerst keine getroffen: «Die Benutzung der Bahnhöfe ist immer gleich, deshalb werden die Bahnhöfe auch immer gleich häufig geputzt», so der Mediensprecher.

Kantone sparen Wasser

Beim Kanton achtet man derzeit darauf, Wasser zu sparen: «Unsere Leute, die für den Unterhalt der kantonalen Liegenschaften zuständig sind, gehen zurzeit sehr sparsam und sorgsam mit dem Wasser um», sagt Marco Baumann, Leiter Wasserbau und Hydrometrie des Kantons Thurgau. Es würden keine Wiesen unnötig bewässert oder Wasser ansonsten verschwendet. Eine am vergangenen Freitag veröffentlichte Karte zeigt zudem, dass einige Gemeinden des Kantons die Bevölkerung bereits zum Wassersparen aufgefordert haben (siehe Bildstrecke).

Auch der Kanton St. Gallen hat eine allgemeine Empfehlung zum Wassersparen veröffentlicht. «Darauf wird intern sicherlich geachtet», so Silja Kempf, Stellvertretende Leiterin Hydrometrie des Kantons St. Gallen.

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