Energy Startup Day: «Wir spüren die Begeisterung der Start-ups»
Publiziert

Energy Startup Day«Wir spüren die Begeisterung der Start-ups»

Der Energy Startup Day findet dieses Jahr zum ersten Mal im Rahmen der Powertage statt. Die Forscherin und Mitorganisatorin Christina Marchand erklärt, wieso der Event für Start-ups wichtig ist und wie etablierte Unternehmen profitieren.

von
Jan Graber
Am Energy Startup Day 2020 wurde das Start-up Linia mit dem Publikumsaward ausgezeichnet.

Am Energy Startup Day 2020 wurde das Start-up Linia mit dem Publikumsaward ausgezeichnet.

ZHAW

Darum gehts

Wir sind Zukunft: Wie kommen Forscher dazu, einen Energy Startup Day zu organisieren?

Christina Marchand: Die ZHAW ist eine Hochschule mit angewandter Forschung, unsere Projekte sind stets praxisnah. Im Rahmen eines Forschungsprojekts zu Energie-Start-ups stellten wir fest, dass diese Mühe hatten, im liberalisierten Markt Kunden zu finden. So kamen wir 2015 auf die Idee, selbst eine Plattform zu bauen, auf der sich die Start-ups mit den grossen Energieversorgern vernetzen können. Der Energy Startup Day dient uns gleichzeitig als Forschungsfeld.

An welches Publikum richtet sich der Startup Day?

Grundsätzlich können alle kommen, die möchten – die Ausstellung mit 37 Start-ups findet erstmals im Rahmen der Messe Powertage statt. Der Energy Startup Day soll aber vor allem die jungen Unternehmen mit den etablierten Playern der Branche zusammenbringen. Neben dem Energiesektor zählen heute auch Mobility- und Gebäude-Unternehmen dazu.

Gelten Einschränkungen für die Start-ups?

Nein. Wir lassen auch Start-ups in der Vorgründungsphase mit lediglich einer Idee und einer Website zu. Jedes Start-up erhält ein Poster, auf dem die Businessidee beschrieben wird. Wir halten den Event sehr niederschwellig, damit sich auch junge Start-ups vernetzen können.

Welche Bedeutung hat der Event für die grossen Unternehmen?

Etablierte Energiedienstleister haben früher vor allem Infrastrukturen gemanagt, sie waren nicht marktorientiert unterwegs. Doch nun steht die [Strom-]Marktliberalisierung im Raum. Durch die Start-ups können die Unternehmen neue Impulse gewinnen, das junge Blut belebt die Branche. Dies ist auch wichtig, um Mitarbeitende zu halten und neue zu finden.

Sind Start-ups auch schon mit einem Vertrag in der Tasche nach Hause gegangen?

Beim Startup Day wird in der Regel ein erstes Interesse bekundet. Man lernt sich kennen und tauscht sich aus. Bis es zu einem Vertrag kommt, vergehen meistens mehrere Monate. Grundsätzlich entstehen aber jedes Jahr neue Kollaborationen. Die BKW hat am Energy Startup Day zum Beispiel Eturnity und Smart-me getroffen, mit denen sie jetzt kollaboriert. Auch finden sich häufig Start-ups, die zusammenspannen oder sich austauschen.

Was macht den Energy Startup Day besonders gut?

Neben den Pitches gibt es viel Zeit, um die Start-ups an ihren Ständen kennen zu lernen und sich näherzukommen. Daneben finden Start-up-Wettbewerbe, Speed-Datings, Investor-Pitches statt. Den Abschluss bildet ein Apéro, um sich locker auszutauschen. Wir sind einer der wenigen Anlässe mit viel Zeit für Vernetzung.

Welche sind Ihre persönlichen Highlights, seit es den Energy Startup Day gibt?

Ich stelle eine grosse Freude und Dankbarkeit fest. Wir spüren Begeisterung der Start-ups. Im Lauf der Zeit sind wir auch professioneller geworden.

Auf was freuen Sie sich heute?

Der Energy Startup Day findet erstmals im Rahmen einer grossen Veranstaltung statt – der Messe Powertage mit 700 Unternehmen. Wir hoffen, dass wir somit noch mehr Unternehmen als früher erreichen und ihnen neue Ideen näherbringen.

Neben ihrer Arbeit als Forscherin organisiert Christina Marchand den Energy Startup Day mit.  

Neben ihrer Arbeit als Forscherin organisiert Christina Marchand den Energy Startup Day mit.  

zVg

Deine Meinung

0 Kommentare