Rettungsaktion XXL: «Wir stehen vor einer Mammutaufgabe»
Aktualisiert

Rettungsaktion XXL«Wir stehen vor einer Mammutaufgabe»

Um ein Massaker zu verhindern, siedeln Tierschützer in der Elfenbeinküste ein Dutzend Elefanten um. Dichte Wälder erschweren aber die Arbeit der Aktivisten.

von
mba

Am Montag ging es los: In der Nähe der Stadt Daloa in der Elfenbeinküste wurden seither mehrere Elefanten mit Pfeilen betäubt, festgeschnallt und in Käfige verfrachtet. Die Tiere sollen in den Assagny-Nationalpark an der Südküste des Landes umgesiedelt werden. Mitglieder des Internationalen Tierschutzfonds (IFAW) wollen mit dieser Aktion die gefährdeten afrikanischen Waldelefanten vor dem sicheren Tod retten.

Der Tierschutzorganisation zufolge wurden die Elefanten in den vergangenen Jahren durch menschliche Siedlungsbewegungen aus ihrem natürlichen Lebensraum im Wald verdrängt. Die etwa ein Dutzend Tiere waren vor zwei Jahren in die Gegend von Daloa gezogen und begannen dort Unruhe zu stiften, die Ernte zu zerstören und Menschen anzugreifen. Bei den Vorfällen wurden zwei Menschen getötet, darunter ein kleiner Junge, der versehentlich in den Weg eines Elefantenkalbes und seiner Mutter geraten war. Für die Aktivisten war es also höchste Zeit zu intervenieren, bevor die bedrohten Tieren von Landwirten erschossen werden.

Stosszahn-OP bei Elefantenbulle

Dichte Wälder erschweren die Mission

Die Umsiedlung der afrikanischen Waldelefanten ist keine leichte Aufgabe, da die dichten Wälder es den Tierschützern fast unmöglich machen, die Tiere zu verfolgen. Ist ein Dickhäuter per Pfeilschuss betäubt, bahnen sich die Aktivisten mit Kettensägen und Spitzhacken den Weg zum schlafenden Säugetier. Ein Kran hebt die Tiere auf einen Abschleppwagen, bevor diese in einen Spezialtransporter verfrachtet werden.

Kein Benjamin Blümchen

«Traditionelle Methoden, die Tiere wie in der Savanne umzusiedeln, funktionieren hier leider nicht», sagt Teammitglied Andre Uys gegenüber der «DailyMail». «Die Baumkronen sind 60 Meter hoch. Es ist unmöglich mit dem Helikopter zu arbeiten. Wir stehen vor einer Mammutaufgabe.» Die gesamte Aktion soll gut eine Woche dauern und rund 225'000 Dollar kosten, teilte die Organisation am Freitag mit.

Elefantenbaby aus Brunnen gerettet

Wenige Hundert Elefanten in der Elfenbeinküste übrig

Elefanten werden in der Elfenbeinküste verehrt und sind nationale Maskottchen. Zwar gibt es keine amtlichen Zählungen, doch Experten schätzen die Population im Land auf wenige Hundert. Daher bat die Regierung die Tierschützer um Hilfe, um eine Jagd auf die Tiere zu vermeiden und das Problem in Dalao zu lösen, wie IFAW-Direktorin Céline Sissler-Bienvenu sagte.

Der Waldelefant ist kleiner als der Savannenelefant, der überwiegend im Osten und Süden Afrikas lebt. Seine Ohren sind ovaler und die Stosszähne sind weniger geschwungen. Das Verbreitungsgebiet der Tiere erstreckt sich von Zentralafrika bis Liberia.

(mba/sda)

Deine Meinung