Ansturm im Westside: «Wir suchen noch den Ausgang!»

Aktualisiert

Ansturm im Westside«Wir suchen noch den Ausgang!»

Tausende Menschen stürmten heute den neuen Einkaufspalast «Westside» und verliefen sich beinahe in den Gängen. Während der Vater des Objekts begeistert ist von seinem Werk, hat Stadtpräsident Alexander Tschäppät vor allem Augen fürs Thermalbad. Viele Besucher hatten allerdings vor allem Mühe, sich zu orientieren.

von
Amir Mustedanagic

(Video: Mathieu Gilliand, Amir Mustedanagic/20 Minuten Online)

Es ist voll – zum Bersten voll. Hunderte und Tausende strömen durch die verwinkelten Gassen, blicken gebannt den scharfen Ecken und Kanten der Architektur entlang und kommen aus dem Staunen kaum raus. 15 000 Besucherinnen und Besucher strömten in den ersten zwei Stunden in den Einkaufspalast Westside in Bern-Brünnen. «Verwirrend», «begeisternd» und «einfach gigantisch» ist der neue Einkaufspalast, da sind sich die meisten einig. Viele sind nur gekommen, um sich den 500 Millionen teuren Bau anzusehen. Sie wollen nichts kaufen, nicht baden, nicht fitten, nicht entspannen oder übernachten. Sie wollen nur «mal gucken», aber selbst dies ist nicht ganz einfach.

Wie im Bienenstock

Obwohl an jeder Ecke Pläne verteilt und Rede und Antwort gestanden wird, sind die ineinander fliessenden Ebenen und Rolltreppen so verwirrend, dass manch einer sich einfach dem Strom der Massen ergibt. Überall brummt und surrt es wie in einem überdimensionalen Bienenstock. Alles versinkt im Stimmengewirr und der Menschenmenge, aber den Besuchern scheint es zu gefallen. Restaurants, Shops, Kaffees – alles ist voll. Viele verweilen auch einfach inmitten des Wirrwarrs.

Sprudelbad und Kühe

Genau das hat sich der Stararchitekt Daniel Libeskind vorgestellt und geplant: Ein Ort an dem man sein möchte, auch ohne zu konsumieren. Und er ist begeistert vom Ergbenis. «I love it!», sagt er. Es sei ein einmaliger Bau - nicht nur in der Schweiz, sondern auf der Welt. Eine Verschmelzung von Kommerz und Kultur. Auch Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät ist vom Bau begeistert. Besonders angetan hat es Berns Stapi aber das Bad: «Es ist einfach gigantisch im warmen Sprudelbad zu sitzen und draussen die Kühe auf der Wiese zu beobachten.»

Nur wenige in den künstlichen Fluten

Heute ist es von den meisten nur bestaunt worden – das grösste Erlebnisbad der Schweiz. Nur wenige haben die Badehosen eingepackt und sich in die künstlichen Fluten gestürzt. Diejenigen, die es taten, sind sich einig – «einfach toll». Über 650 Jahresabos haben die Betreiber bereits abgesetzt und das bevor irgendwer das Bad auch nur sehen konnte.

Und während sich im Bad die einen noch entspannen und erholen, strömen mit jedem Bus, und jeder S-Bahn neue Leute ins «Westside». Sie werden vielleicht ins Kino gehen, das Spa besuchen oder sich im Fitnessstudio betätigen. Ganz sicher werden aber auch sie: schauen, staunen und suchen.

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(Video: Mathieu Gilliand, Amir Mustedanagic/20 Minuten Online)

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