Leichtsinn: Wir teilen Passwörter wie Selfies

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LeichtsinnWir teilen Passwörter wie Selfies

Passwörter sollten eigentlich geheim sein. Trotzdem kennen weit über 50 Prozent von uns die Codes von anderen, als wären es Fotos.

von
pst

Man sollte es doch schon lange besser wissen: Passwörter müssen möglichst komplex und vor allem geheim sein. Eine neue Umfrage mit Teilnehmern aus den USA, Grossbritannien und Frankreich führt allerdings zutage, wie naiv wir nach wie vor mit unseren Passwörtern umgehen.

Für die Studie (hier gehts zum PDF) wurden insgesamt 3000 Menschen im Alter zwischen 16 und 54 Jahren befragt. In Auftrag gegeben hatte die Umfrage das auf Passwort-Management spezialisierte US-Unternehmen Dashlane. Anders als vielleicht von vielen erwartet, behandeln vor allem Junge ihre Passwörter, als seien es Selfies. Ältere Personen hingegen gehen nicht so sorglos mit ihren Codes um.

56 Prozent teilen Passwörter

Die Dashlane-Studie kommt zum Schluss, dass 67 Prozent der 16- bis 24-Jährigen schon Passwörter geteilt haben. Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 59 Prozent, während 52 Prozent der Befragten zwischen 35 und 44 Jahren schon mindestens einmal ein Passwort verschickt haben. Bei den 45- bis 54-Jährigen schliesslich beträgt die Quote «nur noch» 46 Prozent – also auch hier noch immer fast die Hälfte.

Nimmt man alle 3000 Befragten zusammen, zeigt sich, dass insgesamt 56 Prozent ihre Passwörter schon mit anderen geteilt haben.

Passwörter auf Post-it

Um Passwörter nicht zu vergessen, bewahren sie die meisten von uns irgendwo auf. Allerdings sind sie auch dort, je nach gewähltem «Speicherplatz», nicht wirklich sicher.

So hat die Umfrage ergeben, dass ganze 62 Prozent ihre Passwörter auf digitalen Geräten wie beispielsweise Handys speichern. 30 Prozent der Befragten notieren sie sich auf Notizzetteln (wie etwa Post-its) und immerhin 20 Prozent oder 600 Umfrageteilnehmer nutzen Passwort-Manager.

Acht Prozent von uns fühlen sich mit wenigen oder sogar nur einem einzigen Passwort sicher genug: Sie benutzen nämlich immer wieder den gleichen Code. Sieben Prozent der Befragten schliesslich speichern ihre Passwörter mithilfe von E-Mails oder sonstigen (Kurz-)Nachrichten.

Der Arbeitsplatz als Sicherheitslücke

Auch viele Firmen scheinen ziemlich sorglos mit dem Thema Sicherheit umzugehen. So gaben 44 Prozent der Befragten an, sich am Arbeitsplatz in die Konten ihrer Vorgänger einloggen zu können, was für die Arbeitgeber ein erhöhtes Sicherheitsrisiko bedeutet.

70 Prozent schliesslich gaben an, dass ihr Arbeitgeber diesbezüglich gar keine Sicherheitsrichtlinien habe oder aber dass sie nichts von einer solchen wüssten.

Wo bewahren Sie Ihre Passwörter auf?

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