30.04.2016 09:08

Markus Babbel

«Wir Trainer sind nicht immer Herr der Lage»

Zu prominent? Zu forsch in der Wortwahl? Markus Babbel akzeptiert seine Sperre wegen Schiedsrichterbeleidigung, fühlt sich aber zu Unrecht bestraft.

von
E. Tedesco

FCL-Trainer Markus Babbel sitzt die erste von zwei Sperren am Sonntag in Lugano ab. Ganz einverstanden ist der Deutsche mit dem Entscheid nicht. (Video: 20 Minuten)

Markus Babbel und die Schweizer Schiedsrichter: Das wird wohl keine Liebesbeziehung mehr. In der laufenden Saison gab es für den FCL bisher nur einmal Rot (Lezcano). Für den Trainer aber gleich zweimal. Im September 2015 gegen GC, als er den 4. Offiziellen als «Würstchen» bezeichnete. Und am 19. März 2016 in Thun «wegen leichter Beleidigung des Schiedsrichtergespanns».

«Ich sage lieber nichts dazu, sonst werde ich nicht für zwei Spiele, sondern für zwei Jahre gesperrt.» Die Strafe im letzten September gehe aber in Ordnung. «Da habe ich etwas gesagt, das ich nicht hätte sagen sollen und deshalb kann ich die Sperre absolut nachvollziehen.» Er habe ein gewisses Grundverständnis, weil Spieler, Staff, Trainer und auch die Schiedsrichter unter Stress stünden. «Aber ich weiss, was ich gesagt habe und für mich ist es extrem bitter, weil ich das so nicht gesagt habe, was mir vorgeworfen wird.» Was genau, sagte Babbel nicht.

Rahmen übernimmt

Markus Babbel und die Schweizer Schiedsrichter: Das wird wohl keine Liebesbeziehung mehr. Weil er als ehemaliger Weltklassespieler über weit mehr Erfahrung verfügt als die Unparteiischen und die ihre Position ausnützen? «Das weiss ich nicht.» Oder ist der Deutsche in der Wortwahl weniger zimperlich, als der Schweizer? «Das ist sicher so und das kann ich hier so sagen. Aber jetzt müssen wir das so akzeptieren. Das Gute ist, dass ich vollstes Vertrauen in meinen Assistenten Patrick Rahmen habe. Er weiss, wie ich funktioniere und er weiss, was die Mannschaft braucht.»

Am Ablauf vor dem Spiel in Lugano ändert der FCL nichts. Die Zentralschweizer reisen am Samstag ins Tessin. Babbel: «Um jedem Risiko am Gotthard aus dem Weg zu gehen.» Die Teamsitzung am Sonntag im Hotel wird der Cheftrainer leiten. Danach sind Rahmen und die Mannschaft auf sich gestellt. Babbel wird nicht einmal mit dem Teamcar, sondern im Privatauto ins Stadion fahren. «Das Reglement ist da nicht ganz klar und wir wollen ja nicht wieder einen Fehler machen», so Babbel. Klar ist, dass sich der gesperrte Trainer vor und nach dem Spiel und auch in der Pause nicht in der technischen Zone aufhalten darf. «Ich denke, dass ich einen für mich reservierten Sitz auf der Tribüne haben werde.»

Ruhigere Zukunft

Babbel: «Es ist eine Sache, die uns, speziell mir, extrem wehtut, aber ich hoffe auch, dass die Mannschaft sich nicht beirren lässt. Im Gegenteil, vielleicht kann sie sogar einen Zacken zulegen.» Babbel selbst hat sich vorgenommen, sich in Zukunft weniger aufzuregen. «Aber das ist in diesem emotionalen Spiel schwer möglich. Auch wir Trainer sind nicht immer Herr der Lage. Auch wir müssen einmal die Emotionen raus lassen. Ich versuche in Zukunft etwas ruhiger zu sein.»

Zumindest ein weiteres Spiel ist Babbel definitiv ruhig (gestellt): Der FCL-Trainer ist auch eine Woche später gegen Vaduz nur Tribünengast.

Der FCL verzichtet auf einen Sportchef Nach dem Fiasko mit Alex Frei und Nachfolger Rolf Fringer setzt der FCL nicht mehr auf einen alleinverantwortlichen Sportchef. Die Aufgaben werden künftig von einem 7-köpfigen Sportausschuss übernommen. Mit dem Cheftrainer, dessen Assistenten, Nachwuchschef Genesio Colatrella und Sportkoordinator (neu geschaffen) Remo Gaugler sitzen vier Leute aus dem Sport im Ausschuss. «Der Sportkoordinator soll die Brücke zwischen den einzelnen Sportbereichen schlagen», so FCL-Boss Ruedi Stäger (siehe Video). Nach Basler Vorbild soll so Kontinuität gewährleistet und die Philosophie des Clubs über Einzelpersonen gestellt werden. Stäger: «Der FCB hat viel gut gemacht, sonst wäre er nicht, wo er ist. Aber wir wollen Basel nicht kopieren, sondern unseren Weg gehen.» (ete)

Der FCL verzichtet auf einen Sportchef Nach dem Fiasko mit Alex Frei und Nachfolger Rolf Fringer setzt der FCL nicht mehr auf einen alleinverantwortlichen Sportchef. Die Aufgaben werden künftig von einem 7-köpfigen Sportausschuss übernommen. Mit dem Cheftrainer, dessen Assistenten, Nachwuchschef Genesio Colatrella und Sportkoordinator (neu geschaffen) Remo Gaugler sitzen vier Leute aus dem Sport im Ausschuss. «Der Sportkoordinator soll die Brücke zwischen den einzelnen Sportbereichen schlagen», so FCL-Boss Ruedi Stäger (siehe Video). Nach Basler Vorbild soll so Kontinuität gewährleistet und die Philosophie des Clubs über Einzelpersonen gestellt werden. Stäger: «Der FCB hat viel gut gemacht, sonst wäre er nicht, wo er ist. Aber wir wollen Basel nicht kopieren, sondern unseren Weg gehen.» (ete)

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