Gottschalk nimmt Stellung: «Wir überzeugten ihn, einen Helm zu tragen»
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Gottschalk nimmt Stellung«Wir überzeugten ihn, einen Helm zu tragen»

Wett-Kandidat Koch liegt mit Wirbelverletzungen im Koma. Erstmals äussert sich nun Thomas Gottschalk zur Tragödie und sagt, welche Konsequenzen er daraus zieht.

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Thomas Gottschalk erlebt derzeit die schwersten Stunden seiner Karriere: «Ich habe immer geprahlt, dass mich vor der Kamera nichts erschüttern kann. Gestern war alles anders. Es ging nur noch darum, mit dieser furchtbaren Situation angemessen umzugehen», beschreibt Gottschalk in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» die Momente bis zu Verkündung des Abbruchs von «Wetten dass..?».

Vater hat Entertainer Platz gemacht

Nach dem Unglück sei der Entertainer in ihm zur Seite getreten und habe dem Vater Platz gemacht. «Ich habe keine Sekunde an das Schicksal der Sendung oder meines gedacht, sondern nur noch daran, wie es dem Jungen geht.» Diesem geht es sehr schlecht: Er liegt mit schweren Verletzungen an der Wirbelsäule im künstlichen Koma.

Wett-Kandidat Samuel Koch ist Gottschalk schon während den Proben aufgefallen: «Er war physisch und psychisch so stark, dass wir keinen Grund hatten, an ihm oder seiner Wette zu zweifeln», so Gottschalk weiter. Koch habe aber die Wette ausdrücklich dazu benutzen wollen, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Man habe einen hochmotivierten Kandidaten gehabt, der von sich aus Druck gemacht habe. «Wir mussten ihn überzeugen, einen Helm zu tragen.» Die Redaktion habe zudem zusätzliche Sicherheitselemente wie Gummimatten in die Wette eingebaut.

Riskante Wetten als Teil des Programms

Gegenüber der «Süddeutschen Zeitung» weist Gottschalk den Vorwurf zurück, man habe eine unverantwortliche Wette ins Programm genommen. «Wir hatten schon immer riskante Wetten, ob mit Motorrädern oder auf Skisprungschanzen. Das ist Teil des Programms.» Dass sich nach fast 30 Jahren erstmals ein Kandidat schwer verletzt habe, sei natürlich ein grosser Schock. Jetzt müsse natürlich überlegt werden, ob es bei so riskanten Wetten bleiben könne, sagte Gottschalk. «Auch das hängt selbstverständlich davon ab, wie schnell es unserem Kandidaten besser geht.»

Gottschalk macht sich selbst oder der Redaktion aber keine Vorwürfe. «Ich sehe, wie schnell man Verantwortung auf den Schultern trägt. So etwas wünscht sich niemand, und man wünscht es niemandem.»

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