Frau aus Chur sucht ihren Vater seit fast zwei Jahren

Aktualisiert

Chur GR«Wir verkraften das nicht» – Frau (56) sucht ihren Vater seit fast zwei Jahren

Vor fast zwei Jahren ist der Vater einer 56-jährigen Bünderin ohne Nachricht verschwunden. Sie vermutet zu wissen, wo er ist, kommt aber nicht hin.

von
Ammar Jusufi
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Der Vater einer 56-jährigen Bündnerin ist seit 2021 nicht mehr aufzufinden. 

Der Vater einer 56-jährigen Bündnerin ist seit 2021 nicht mehr aufzufinden. 

Privat
Die Tochter fand seinen Stock und seinen Hut am Rande des Rheins. 

Die Tochter fand seinen Stock und seinen Hut am Rande des Rheins. 

Privat
Sie vermutet, dass er unter dem Geröll feststecken könnte. 

Sie vermutet, dass er unter dem Geröll feststecken könnte. 

Privat

Darum gehts

  • Der Vater einer 56-Jährigen ist im Mai 2021 verschwunden. 

  • Die polizeiliche Suche verlief damals erfolglos. 

  • Offiziell gilt der 83-Jährige seit bald zwei Jahren als verschollen. 

Am 10. Mai 2021 verschwand der Vater (83) einer 56-jährigen Frau aus Graubünden. Für die 56-Jährige war das ein schwerer Schlag, nachdem zuvor ihre Mutter verstorben war. «Wir hatten null Anhaltspunkte. Er ist einfach verschwunden ohne irgendetwas zu sagen, wir wussten nicht, wo wir mit der Suche beginnen sollten», sagt die 56-Jährige.

Ein Mitarbeiter der Rhätischen Bahn gab damals einen Hinweis. Er habe ihn in der Nähe von Chur entlang eines Bahngleises laufen gesehen. «Ich konnte das nicht glauben, weil man Vater zu Fuss allein nicht so weit kommen könnte», sagt die 56-Jährige. Die Kantonspolizei Graubünden suchte das Gebiet am Bahngleis ab, jedoch ohne Erfolg.

In der gleichen Woche machte sich die 56-Jährige selbst auf die Suche und spazierte dafür am Rhein entlang. «Ich fand seinen Stock und seinen Hut», sagt sie. Sie ruft die Polizei und setzt sie über ihren Fund in Kenntnis. Diese stellen den Hut und den Stock sicher und markieren das Gebiet. Danach hört die 56-Jährige nie wieder etwas von der Polizei. «Das hat mich sehr enttäuscht», sagt sie. 

Der 83-Jährige gilt als verschollen

Sie ist sich sicher, dass ihr Vater irgendwo tot im Rhein liegt. «Er könnte irgendwo unter dem Geröll sein und festhängen», so die 56-Jährige. Mit Tauchern oder Drohnen sei das Gebiet aber unzugänglich. «Ich habe es auch selbst jeden Tag versucht, aber ich komme da einfach nicht hin», sagt sie. Mithilfe von Michael Schneider, einem Seher aus Deutschland, der bei der Suche von vermissten Personen hilft, machte sich die 56-jährige Tochter fast zwei Jahre lang täglich auf die Suche. Bis heute noch ohne Erfolg, weil die Mittel fehlen.

Die 56-Jährige kann so nicht damit abschliessen. «Ich hatte meinem Vater versprochen, dass ich ihn zu meiner Mama ins Grab lege», sagt sie. Wenn die 56-Jährige das Grab ihrer Mutter besucht, leidet sie deswegen. «Ich weiss, dass er nicht da ist, sondern einfach irgendwo», so die Tochter. Offiziell gilt ihr Vater als verschollen. Nach Gesetz wird der Tod einer Person fünf Jahre nach der letzten Nachricht erfasst. «Wir verkraften das nicht als Familie», sagt die 56-Jährige. 

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma erlitten?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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